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Operation Protective Edge und die Vereinigung der deutschen Antizionisten

11. August 2014

ingeWenige Jahrzehnte nach dem deutschen Massenmord an den europäischen Juden, nach vielen antisemitischen Exzessen in den deutschen Medien nach dem Sechstagekrieg, bricht sich aktuell eine neue Welle des Antisemitismus in Europa, vor allem in den deutschsprachigen Ländern die Bahn.

In Wien tobte der antisemitische Mob und agitierte gegen den Judenstaat mit Plakaten „Dein Ende wird kommen, Israel“. Ein Testspiel des israelischen Fußballclubs Maccabi Haifa musste im österreichischen Bischofshofen abgebrochen werden, weil pro-palästinensische Demonstranten den Platz stürmten und auf die israelischen Spieler einschlugen. In Gelsenkirchen und in Frankfurt skandierten enthemmte Wutbürger mit Migrationshintergrund „Hamas, Hamas, Juden ins Gas!“ , „Kindermörder Israel!“ und „Ihr Juden seid Bestien“. Die Berliner „Friedensfreunde“ riefen „Jude, Jude, feiges Schwein, komm heraus und kämpf allein!“ und „Scheiß-Juden, wir kriegen euch!“ Wenige Tage später, bei der jährlichen antizionistischen Al-Quds-Demonstration kam es auf dem Berliner Kurfürstendamm zu massiven antisemitischen Ausschreitungen. Selbstverständlich bestimmten wieder die Parolen „Tod, Tod, Israel!“, „Sieg Heil“ und „Israel, Israel feiges Schwein, komm heraus und kämpf allein!“ das Bild dieses antijüdischen Events. In einer Neuköllner Moschee in Berlin predigte Iman Abu Bilal Ismail: “Oh Allah, zerstöre die zionistischen Juden. Zähle sie und töte sie alle”. Iman Abu Bilal Ismail bezeichnet die Juden als “Schlächter des Propheten” die “Kinder ermorden” und “Frauen zu Witwen machen”. Gegen Ende seiner Predigt betet er, dass Allah alle Juden vernichten möge. In Facebook veröffentlichte die „Israelkritikerin“ Inge Höger von der Linkspartei ein Foto, auf dem sie mit ihren Palästinafreunden vor einem Transparent zu sehen ist worauf steht: “(Palästina) besitzt keine Wehrmacht!” und „Das ist kein Krieg sondern Völkermord“. Bei einer von der Linksjugend Nordrhein-Westfalen organisierten, von palästinensischen Organisationen sowie den beiden Linkspartei-Bundestagsabgeordneten Niema Movassat und Inge Höger offiziell unterstützten Demonstration gegen Israel in Essen, mit dem Aufruf „Stoppt die Bombardierung Gazas“, rief die aufgehetzte Meute „Kindermörder Israel“, „Allah Akbar“ und „Adolf Hitler“ (skandiert mit dem Nazi-Gruß). Die Essener Synagoge war erklärtes Ziel der israelfeindlichen Teilnehmer dieser Kundgebung, bei der wie in vielen anderen Städten Flaschen und Steine auf proisraelische Demonstranten geworfen wurden. ISIS- und Hamas-Fahnen gehörten zum festen Bestandteil dieser „Friedensdemonstrationen“. Jüdische Geschäfte, jüdische Menschen und Gegendemonstranten mit Israelfahnen wurden oftmals bei diesen „israelkritischen“ Straßenorgien Opfer von Gewalt. Synagogen und jüdische Geschäfte stehen im Deutschland des Jahres 2014 unter Polizeischutz.

Der CDU-Aktivist Jürgen Todenhöfer begab sich heroisch durch einen Tunnel der Hamas nach Gaza und phantasiert von einem “Rachekrieg” Israels und der „wirkungslosen und dilettantischen Schießerei der Hamas und des Islamischen Jihad“, nachdem er ein Bild von sich auf ein Schutthaufen machen lässt auf dem, wie durch ein Wunder,  unversehrtes Kinderspielzeug neben ihm zu sehen ist. Stefan Reinecke, früher Redakteur des „Freitags“ heute der TAZ, schreibt in selbiger: „Es muss in einem freien Land möglich sein, straflos das Existenzrecht Israels infrage zu stellen. Im Zweifel für die Meinungsfreiheit.“ Klaus Kleber meint im stockkonservativen “Heute-Journal”: „Israel macht mobil, Netanjahu ‚tönt‘, Israel werde angesichts des Raketenbeschusses auf Gaza und Tel Aviv nun die Samthandschuhe ausziehen. „Ganz so“, mahnt Kleber, „als hätte Israel je Samthandschuhe angehabt“. Einen vorläufigen Höhepunkt liefert noch ein Rolf Verleger im Deutschlandfunk zum Raketenbeschuß der Hamas: „Dass die dann ihre komischen Raketen abschießen, das ist nicht schön, aber das ist doch eine verständliche Folge all dieser Dinge.“

So marschieren sie innig vereint, die deutsche Linke, die deutsche Rechte und das deutsche Bürgertum gegen die Juden, gegen den Judenstaat. Wenn sie sich auch in allen anderen Feldern der Politik spinnefeind sind, in einem sind sie sich einig, Israel ist an allem schuld. Wenige Jahrzehnte nach Auschwitz sind auf denselben deutschen Straßen dieselben Parolen gegen denselben Gegner zu hören. Fakten interessieren Antisemiten nicht. Der israelische Gegenangriff, die israelische Verteidigung ist „unverhältnismäßig“ für den debilen „Friedensfreund“. Warum die israelische Regierung die Hamas bekämpft interessiert den deutschen „Israelkritiker“  kaum. Die Taktik, die Menschenverachtung, die Ideologie der Hamas sind nicht das Thema von Inge Höger, Jürgen Todenhöfer, Rolf Verleger oder Klaus Kleber.

Nachdem drei jüdische Jugendliche von palästinensischen Terroristen entführt und ermordet wurden kam es zum Mord an einem arabischen Jugendlichen durch einen israelischen Extremisten. Benjamin Netanjahu sagte dazu sehr treffend: „Es gibt keinen Unterschied zwischen arabischem und jüdischem Terrorismus … Wir werden keine Straßen oder Plätze nach den Mördern benennen. Das unterscheidet uns von unseren arabischen Nachbarn, wo Mörder als Helden verehrt werden und in Schulbüchern nach wie vor gegen Israel gehetzt wird.“ Während der Entführung und verstärkt nach dem Auffinden der Leichen schossen Hamas und andere Terrororganisationen im Gazastreifen hunderte Raketen auf israelische Zivilisten, auch auf die Städte Tel Aviv und Jerusalem und sogar auf den Atomreaktor in Dimona ab. Israel reagierte mit Angriffen auf die Raketenstellungen. Der in den einschlägigen Medien Europas als Hardliner bezeichnete israelische Ministerpräsident Netanjahu ließ die Angriffe einstellen, wenn ein Waffenstillsand möglich erschien und setzte auf die Diplomatie. Erst als die Hamas immer wieder weitere Raketen abschoss, jeden Waffenstillstand ablehnte und sogar versuchte, Israels Atomreaktor in die Luft zu sprengen, tat der Premier, was nötig war, er befahl die Bodenoffensive, die Operation Protective Edge um die Abschussrampen der Raketen und das Terror-Tunnelsystem zu zerstören. In dem Tunnelsystem versteckten sich die Terroristen der Hamas, schmugelten und lagerten ihre Waffen und Raketen aus Ägypten. Durch diese Tunnels, die nach auch auf israelisches Staatsgebiet führten wurden israelische Staatsbürger entführt und ermordet. Durch dieses Tunnelsystem sollten zum jüdischen Neujahrsfest hunderte Hamas-Terroristen einen Massenangriff auf israelische Dörfer und Kibbuzim starten und dabei einen Teil der verhassten Zionisten ermorden und den anderen Teil verschleppen. Ständig behauptete die Hamas für Schulen und Krankenhäuser fehle der Zement, wofür der Zement gebraucht wurde wird nun mit der Bodenoffensive deutlich. Beinahe täglich werden neue Tunneleingänge gefunden. Bisher wurden rund 35 unterirdische Tunnel entdeckt, die nach Israel führen und 90 Tunneleingänge, die bis in eine Tiefe von 30 Meter gehen.

Die islamfaschistische Hamas baute ihre Raketenabschussrampen und lagerte ihre Raketen in Krankenhäusern, in Kindergärten, in Schulen der UN und in Wohngebieten. Die palästinensischen Zivilbevölkerung wird von der Hamas als Schutzschild missbraucht, die Bewohner werden aufgefordert aktiv Schutzschilde zu bilden. Der israelischen Regierung bleibt die Wahl, entweder das Leben der eigenen Bevölkerung durch anhaltenden Beschuss aus dem Gaza zu riskieren, oder aber in Kauf zu nehmen, dass arabische Zivilisten sterben, während die Raketenabschussrampen inklusive Raketen zerstört werden. Laut der antisemitischen Ideologie der Hamas hat Israel kein Existenzrecht, die Hamas verherrlicht den Dschihad und die Ermordung aller Juden, vergleichbar wie al-Kaida, ISIS und Boko Haram. Das erklärte Ziel der Hamas ist die Zerstörung des jüdischen Staats und die Errichtung eine Gottesstaates in ganz Palästina.

Auf der einen Seite steht also eine islamfaschistische Terrororganisation, die alle Juden dieser Welt ermorden will, die Frauen wie Menschen zweiter Klasse behandelt, die jede (emanzipatorische) Opposition verfolgt, foltert und ermordet, die Schwule verfolgt, foltert und ermordet und die sich während ihrer Mordtaten gegen Juden hinter Frauen und Kindern versteckt. Die palästinensische Bevölkerung feiert freiwillig oder gezwungen ihre Mörder als Helden anstatt sie zur Rechenschaft zu ziehen. Die Hamas und ihre Anhänger lieben den Tod mehr als das Leben. Die ursächliche Verantwortung für die vielen Toten im aktuellen Konflikt tragen die Aggressoren der Hamas. Solange sich die palästinensische Bevölkerung nicht von ihren islamfaschischtischen Machthabern entledigt werden sich die Verhältnisse nicht verbessern. Falls der angestrebte Gottesstaat der Hamas jemals Wirklichkeit werden sollte gibt es außerdem einen Staat mehr der den Weltfrieden bedroht.

Auf der anderen Seite steht mit Israel die einzige Demokratie, der einzige Rechtsaat im Nahen Osten, mit all seinen Fehlern die kapitalistische Rechtstaaten an sich haben. In Israel haben Araber mehr Rechte als in jedem anderen arabischen Land. In Israel gibt es emanzipierte Frauen, die einen Minirock tragen dürfen ohne gegen eine gesetzliche Kleiderordnung zu verstoßen. In Israel werden Homosexuelle nicht strafrechtlich verfolgt. Israels Armee versucht mehr als jede andere Armee in dieser Welt zivile Opfer auf Seiten des Gegners zu vermeiden. Israel liefert seinen Gegnern gratis Strom. Israel ist ein Land das denen, die es vernichten wollen in seinen Krankenhäusern deren Kranke und Verwundete versorgt. Israel ist ein Land, das jedes Leben so sehr schätzt, dass es lieber Dutzende Mörder freilässt als ein einziges zu opfern.

Jedem zivilisierten Menschen kann die Entscheidung auf welcher Seite er sich positioniert nicht schwerfallen, sie ist so einfach wie die Parteinahme für Hitler oder für die Alliierten. Trotz diesen Fakten scheinen die Antisemiten in Deutschland immer hemmungsloser zu werden. Das Bündnis zwischen Islamisten, linken, rechten und bürgerlichen Antisemiten geht selbstbewusst auf die Straßen und skandiert seine menschenverachtenden Parolen. Angestachelt werden sie seit Jahrzehnten mit Beiträgen aus den öffentlich-rechtlichen Medien und Mainstream-Blättern, wie beispielsweise dem Spiegel, der Süddeutschen Zeitung, Augsteins „Freitag“, der „Jungen Welt“, der TAZ und vielen aus allen möglichen politischen Richtungen kommenden Publikationen. Der Antisemitismus ist endgültig im Mainstream angekommen.

Den Antisemiten bleibt jedoch in ihrem blinden Hass gegen Israel ein Wandel in der politischen Landkarte verborgen. Der Kampf Israels gegen die Islamisten der Hamas wird von einigen arabischen Staaten gebilligt. Die Feinde von gestern entdecken gemeinsame Interessen und neue gemeinsame Feinde. Die großen Demonstrationen gegen Israels notwendigen Krieg finden in Europa, vor allem in Deutschland statt und nicht in Ägypten oder Saudi Arabien. Der ägyptische Präsident Abdel Fattah al Sisi ließ die Abriegelung des Gazastreifens verschärfen und der Hamas, dem Ableger der Muslimbruderschaft, in Ägypten alle Aktivitäten verbieten. Der ägyptische Außenminister Sameh Schukri machte öffentlich die Hamas für den jüngsten Krieg verantwortlich. Die Golfstaaten unterstützen Ägypten in seinem Kampf gegen die Muslimbruderschaft. Ägypten und andere Länder des Nahen Ostens fürchten das Atomprogramm des Irans, fürchten den islamistischen Extremismus und wünschen sich eine Niederlage der Muslimbruderschaft.

Der antiisraelische Mob geht inzwischen mit seinen antisemitischen Parolen und gewalttätigen Angriffen gegen Juden den Regierenden zu weit. Die antisemitischen Parolen der Straße und der Medien gefährden die deutsche Exportwirtschaft. Ermittlungen wegen Volksverhetzung werden eingeleitet in dem Land in dem Jakob Augstein und seine Anhänger die „Atommacht Israel beschuldigen den ohnehin brüchigen Weltfrieden zu gefährden“, „Gaza ein Lager“ nennen und der Regierung Netanjahu vorwerfen „die ganze Welt am Gängelband eines anschwellenden Kriegsgesangs“ zu führen. Ermittlungen wegen Volksverhetzung werden eingeleitet in dem Land in dessen Zeitungen seit Jahrzehnten vom „Apartheidstaat Israel“, vom „KZ Gaza“, von „wohlgezielter Schlachtung von Klein- und Schulkindern“ durch die israelische Armee und von „zionistischen Schlächtern“ die Rede ist. Die Angriffe auf die Zivilisation dieser Blätter zeigen nun neben dem Salon auch auf den Straßen Deutschlands ihre Wirkung. Die antijüdische Saat der Querfront ist aufgegangen. Der Rückfall in die Barbarei ist wieder eine Option.

 

Erstveröffentlichung mit Links in Mission Impossible

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2 Kommentare leave one →
  1. 21. August 2014 18:19

    Ich bin auch gegen diese antisemitischen Demonstrationen und einigermaßen perplex, dass so etwas noch passieren kann. Trotzdem liegt der Fall hier anders als zwischen Hitler und den Alliierten, und ich hoffe auf viele zivilisierte Menschen, die nicht einfach für Israel Partei ergreifen.
    Man mag von avaaz halten was man will, ich zitiere sie hier trotzdem, da in diesem Fall m.E. sehr ausführlich recherchiert worden ist und Quellen angegeben sind. „Angriffe palästinensischer Extremisten auf unschuldige Zivilisten müssen verurteilt und beendet werden, aber seinen Ursprung hat der Konflikt anderswo — in der Enteignung der Palästinenser. Israel besetzt, besiedelt, bombardiert, überfällt und kontrolliert derzeit das Wasser, den Handel und die Grenzen einer gesetzlich freien Nation, die von der UNO anerkannt wurde.“ …nicht nur derzeit, sondern sehr lange, was Besetzung und Wasserkontrolle und Einsperrung durch die Mauer betrifft. Sollte man nicht auch hierüber nachdenken? Und sich möglicherweise doch dem Appell anschließen, den avaaz eingebracht hat:
    https://secure.avaaz.org/de/israel_palestine_this_is_how_it_ends_loc/?tcFRabb
    Ein Versuch, gewaltlos die Gewaltspirale zu beenden.

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