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Nicht Fisch, nicht Fleisch

24. Januar 2014

1. Ich bin selber Nichtraucher, verteidige aber oft das Rauchen. Ich verteidige hier launig die Fleischfresser, möchte aber keinem Vegetarier zu nahe treten! Nur manche Argumente bitte ich zu berücksichtigen.

2. Es gibt Vegetarier, Veganer, Fructarier.

3. Es gibt Fleischfresser, Menschenfresser und Allesfresser wie mich.

4. Die Vegetarier führen oft als Argument ins Feld, dass sie nichts essen würden, was Gefühle hat, also beim Sterben leidet.

5. Der Bauer führt sein Vieh ins Feld.

6. Meine Meinung: Es ist weniger wichtig, ob man Pflanze oder Tier bevorzugt – entscheidend ist, dass keine Massenproduktion da ist, also weder Massentierhaltung noch Monokulturen, sondern (lächel) Nachhaltigkeit!
Wer weiss schon, ob wegen des Gemüsekonsums nicht genauso viele Tiere sterben müssen, wie wenn ich Schweinebraten esse? Was, Heuschrecken und Ameisen fühlen nicht? Hast du sie gefragt? Was ist mit all den Mäusen, die in Monokulturfeldern durch Gift und Dünger sterben? Jede Mausemutter lässt ca 5-6 Junge zurück. Diese verhungern und verdursten ohne Eltern. Was ist mit den zehntausenden Rehkitzen und Hasen, die jährlich vom Kreiselmäher zerstückelt werden? Zur Verteidigung der Jäger muss hier gesagt werden, dass ein korrekter Blattschuss dagegen recht sauber ist.

Ausserdem ist Vieh zur Landschaftspflege nahezu unentbehrlich. Beispiel: Die Kühe. Sie rufen durch Frass und Dung ein reichhaltiges Wiesenbiotop hervor. Auch die Honigbienen profitieren davon (selbst wenn Heidehonig dem Löwenzahnhonig vorzuziehen ist :-)). Das schwere Vieh läuft beim Weiden auf der Alp parallel zum Hang und verhindert so duch die vielen höhenliniengleichen Pfade jede Erosion. Jede Kuh ernährt tausende von Fliegen und Bremsen, diese wiederum die Singvögel, diese wiederum Habichte, Bussarde und Falken, na, ihr kennt ja die Nahrungsketten. Ein Vegetarier, der am Morgen nicht vom Gesang der Vögel geweckt wird, neigt zu Missmut, Antriebslosigkeit und Hinterlist.
Ich bin einmal durchs Riesengebirge gewandert. Es waren dort noch Spuren von (sozialistischer) Almwirtschaft zu sehen, diese war aber aufgegeben worden. Ich sah erbärmlich übersäuerte, struppige, unwirtliche Abhänge, Ich sah Erosion. Ich war wegen Fehlens von Glockenläuten zusätzlich orientierungslos. Der Käse für unterwegs war teuer, weil aus China importiert.
Die Schafe: wer ist besser in der Deichpflege? Da muss selbst der Mäher von Gardena aufgeben.
Das Geflügel: Hühner, Enten und Gänse fressen unzählige Schädlinge, Schnecken, Engerlinge, Werren, die sonst unsern schönen Salat, den Weisskohl und den Spinat verzehren würden.
Golf spielen ist doch in? Wer macht so einen feinen, kurzhalmigen, dichten Rasen wie die Gans?
Das Schwein: Nun stocke ich. Hat es einen Nutzen? Ungerührt frisst es die Praktikantin an, wenn die, vom Bauern geschwängert, im Koben ohnmächtig wird. Der Eber hat auch noch Spass beim Ficken. Das Schwein…..
Naja: Vielleicht gibts ja harten, verfestigten Boden. Schweine sind unerreicht im Wühlen, haben grosse Kraft im Rüssel und lockern jeden Boden auf. Die EU zahlt grosszügig für vernichtete Kartoffelfelder…. Aber ist das Schwein vielleicht nur da, mich zu erfreuen? Ich muss ja schliesslich den leckeren Rostbraten mit Bauchspeck einwickeln…

Nun gut, sagt ein jeder Veggie, ich brauch‘ ja aber das Vieh wegen obiger Argumente nicht zu schlachten und zu essen. Wiederum: in Deutschland kannte ich einen Bauern, der darin konsequent war. Er hatte Kühe, aber er gab ihnen, wenn sie ältlich wurden, das Gnadenbrot, ehm, das Gnadengras. Nach wenigen Jahren besass er so viele Kühe, dass der Hof finanziell nicht mehr zu halten war und auch das Weideland nicht mehr ausreichte. “Mein” Bauer sagte: ich gebe den Kühen keine Namen, sonst komme ich ihnen zu nah und kann sie nicht mehr zum Schlachter geben. Ich hatte selbst Hühner. Ohne Chicken-Wings würden sie heute nach Millionen zählen. Kurz gesagt – und da haben die Vegetarier völlig recht: Ohne zu schlachten wäre Viehhaltung nicht möglich. Aber ich mag Weisswurst? Ich mag allerdings auch Rote Beete verrückt gerne…..

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11 Kommentare leave one →
  1. 25. Januar 2014 22:08

    Nö, hibouh, sehe ich anders. Du vermischt bei Deiner Argumentation einiges Wahres mit einigem Falschem und versuchst dadurch das Faktum zu relativieren, dass bei vegetarischer Ernährung die Erde für wesentlich mehr Menschen tragfähig ist und eine solche Ernährung auch in punkto Umweltschutz (Energie- und Wasserverbrauch, Eindämmung des Klimawandels (Treibhausgase), Trinkwasserschutz (Überdüngung) etc.) klare Vorteile hat, auch wenn man einen erhöhten PSM-Einsatz für pflanzliche Nahrung dagegen rechnen muss. Die erste Behauptung des vorgehenden Satzes folgt z.B. aus dem Faktum, dass man, um 1 kg Fleisch zu produzieren, etwa 10 kg pflanzliche Nahrung braucht (Stichwort: Nahrungspyramide!), so dass Dein „Relativierungsversuch“ insgesamt aus meiner Sicht misslingt. Beim Verzicht des Anbaus von pflanzlicher Tiernahrung (vor allem in der 3. Welt, Sojaanbau!), die maßgeblich für die Fleischproduktion in unserer „satten Welt“ geschieht, zugunsten von pflanzlicher Nahrung, könnten (was vorwiegend wieder in der 3. Welt zum Tragen kommt) die Menschen leichter ernährt werden. „Monokulturfelder mit Gift, Dünger und Kreiselmäher“ gäbe es WENIGER auf der Welt, ernährte sich diese pflanzlich, weil eben die viele Tiernahrung zusätzlich pflanzlich produziert werden muss! Vom Töten der Tiere, welches heute meist nur ertragen wird, wenn man die Schlachthäuser unserer Wahrnehmung entkoppelt und den empfindenden Tieren keinen Namen gibt, möchte ich noch gar nicht anfangen. Natürlich ist Massentierhaltung und Monokultur noch schlechter als der kleine landwirtschaftliche Betriebe und Artenvielfalt, aber vor allem gilt: Je weniger Fleischkonsum, desto besser! Niemand MUSS sich heute von Fleisch ernähren. Dein „Glockenläuten“-Argument zieht auch nicht so ganz. 😉 (Auf Arte war vor einiger Zeit ein Themenabend dazu, der die Nachteile des Fleischkonsums auf breiter Front auf allen dort beleuchteten Feldern zeigte.)

    Warum Du (als Nichtraucher) zudem das Rauchen verteidigst, wo Doch der Raucher den Nichtraucher schädigt und nicht umgekehrt, verstehe ich ebenfalls nicht!

    Ich bin weder wenn`s „um die Bratwurst“ geht, noch um`s Rauchen militant und schätze Dich, lieber hibouh, auch als Fleischesser und Raucherverteidiger weiterhin, aber argumentieren muss man dürfen!

    lg LL

    PS: Gerade lese ich, die Petition „Raus mit Markus Lanz aus meinem Rundfunkbeitrag!“ hat mehr als 200.000 Unterschriften erreicht und hoffe, Du warst dort mit mir einer Meinung!

    • 26. Januar 2014 07:54

      war ich 🙂
      na klar argumentiern wir :-))

    • 26. Januar 2014 09:45

      Gleich zu Fleisch und Gemüse (hab Hunger!)

      Aber zuvor: ich denke, wir sollten ma nen Fluch- und Beschimpfungsblog aufmachen, damit die, die es brauchen, dort „Dampf ablassen“ können. Wir könnten den blog „Jettatore“ nennen. In Italien gibt es Jettatori (man munkelt, dass Dalida eine Jettatrice war). Diese haben stets einen Kiesel, einen Boncuk oder ein Amulett, wahlweise ne Hasenpfote oder ne tote Maus, in der Tasche, um Flüche und vor allem den bösen Blick abzuwenden (na klar war Tom Sawyer n Jettatore). Selber fluchen sie ausgiebig und schaden damit ihren „Freunden“………

      Lieber Louis, ich habe Kommentare, die nichts mit dem Thema des Beitrags zu tun haben, in den Spam verschoben)

      • 26. Januar 2014 16:49

        „Lieber Louis, ich habe Kommentare, die nichts mit dem Thema des Beitrags zu tun haben, in den Spam verschoben“

        Das find ich gut, hibouh

        • 26. Januar 2014 20:28

          Hätte wegen mir nicht geschehen müssen, es hätte ruhig „dokumentiert“ bleiben können. Jeder Kommentator muss sich vorher überlegen, ob er das, was er schreibt, auch vertreten kann. Meinungsmäßig kann jeder danebenliegen und jeder kann seine Meinung auch ändern, insofern ist das kein Problem. Die Devise lautet: Vorher denken, dann schreiben und nicht umgekehrt.

    • 26. Januar 2014 10:00

      Lieber Louis, nun ich Deinen Kommentar gründlich lese, gebe ich ja zu, dass Du mit den meisten Argumenten recht hast (naja, Soja essen ja leider auch viele Vegetarier, (mir schmeckt Tofu net so recht)… und die Sojamonokultur ist eine von den ödesten, aber na klar wird Soja oft fürs unersaettliche Vieh angebaut)
      Zum Glockengelaeut: Natürlich habe ich als Schweizer eine sentimentale Beziehung zur Kuhglocke. In unserem Garten haben wir aber Glöckchen ohne Kühe :-). Aber ohne Flax: eine Alm mit wiederkaeuenden Rindern ist dochn wunderbarer Anblick?
      Zum Rauchen: Ich war lange Zeit starker Raucher, habe es aber aufgegeben. Weil die Doktoren (seufz) mir dazu raten, trinke ich auch viel weniger Bier als früher, verwende kaum noch Zucker und Salz…. Aber es gibt keine Garantie, dass ich nicht auch mal wieder Raucher werde, oder gar Vegetarier 🙂
      Wie Du weisst, schreibe ich oft (ausser bei türkischer Politik) mit einem Augenzwinkern. Natürlich soll auf unserer Erde niemand hungern. Warum aber nicht (auch) bei Geburtenkontrolle ansetzen? Es ist unverantwortlich wie unser PM die Leute zum Kinderreichtum aufzurufen…….

      Soweit für jetzt…. Gruss!
      hibouh

    • 26. Januar 2014 16:47

      Hibouh und Louis,

      eine interessante Diskussion die ihr hier führt. Louis hat mich in meinem letzten Blog in MI, bei dem ich kurz den Vegetarismus inklusive „esoterisch-braunes Brackwasser“ in der Lebensreformbewegung anriss, nicht ganz zu Unrecht kritisiert. Ich selbst esse zwar wenig Fleisch, aber ganz darauf verzichten kann ich noch nicht. Kürzlich habe ich einen veganen Kuchen gegessen, der war nicht schlecht, riss mich aber nicht vom Hocker.

      Beste Grüße

  2. 26. Januar 2014 12:45

    Hi hibouh, von dem Arte-Themenabend sind nur noch Rudimente im Netz. Nicht ganz objektiv, aber durchaus zum Anregen einiger Gedankengänge geeignet ist folgender Link: http://www.arte.tv/de/ist-das-alles-wurst/6449206,CmC=6449230.html

    Wenn man, neben den fast ausschließlich positiven Aspekten des Verzichts auf Fleisch (ausgenommen Invitro-Fleisch!) versucht, sich ehrlich die Frage „Dürfen wir Tiere töten?“ zu beantworten, muss man erkennen, dass eigentlich nur ein gläubiger Mensch, der ich leider nicht bin, den Hauch einer „Begründung“ für die positive Antwort auf die Frage geben könnte, nach dem biblischen Auftrag: „Macht euch die Erde untertan!“ (Gen1,28) Das entspricht nicht meiner Art, der ich es mehr mit der „stoischen Homologia“, also der Übereinstimmen des Handelns mit der Vernunft und dadurch auch mit der Natur halte und überdies wäre diese Beantwortung auch ein glatter Widerspruch zum Nachhaltigkeitsgedanken.

    Ich hätte mich nie in dieser Ernsthaftigkeit mit dem Thema auseinander gesetzt, wäre ich nicht durch meine halbwegs erwachsenen Kinder dazu gezwungen worden. Aber: Auch Kinder können recht haben! 😉 Ich sehe in einem Fleischverzicht ein sinnvolles Fernziel für die Entwicklung der Menschheit, auch wenn andere Welt-Probleme derzeit sicher noch vorherrschen, wird die Frage danach zukünftig öfter gestellt werden müssen.

    lg LL

    • 26. Januar 2014 17:18

      Von Kindern lernen ist immer nötig!

      Glaeubig bin ich auch net .

      Naja, dann ess‘ ich halt nur noch Currywurst. Da ist eh kein Fleisch drin :-)))

    • 28. Januar 2014 15:34

      Hab jetzt ne Umfrage über Essgewohnheiten gestartet. Es wurden zwei nicht repraesentative Persönlichkeiten erfasst:

      1. „Ich bin eingefleischter Vegetarier!“
      2. „Ich bin Vegetarier zweiten Grades, alle meine Lebensmittel sind Vegetarier!“

    • 28. Januar 2014 17:53

      Und was ist eigentlich mit den Veganern? Trinken überzeugte Veganer auch dann keine Milch, wenn die Kühe ein tolles Leben haben oder essen keine Eier wenn die Hühner „ewig“ leben dürfen?

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