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Weltwunder

11. Februar 2013

Weltwunder

In der Antike gab es sieben Weltwunder (drei davon sind hier bei uns in der Nähe, naja, mehr oder weniger nah). Kannst Du sie aufzählen?

Eines davon war der Tempel der Artemis in Ephesus. Ursprünglich ein Mysterienort, entwickelte das Gebäude sich bald zum Publikumsmagneten und brachte den Ortsansässigen reiche Einnahmen. Oh Wunder! Das ist noch heute so, obwohl vom Tempel (der wegen obiger Effekte mehrere Male wieder aufgebaut wurde) nur noch eine einzige Säule, darauf ein Storchenpaar nistet, übrig ist. Herostrat, Alexander der Grosse, Artemis mit vielen Brüsten oder Stierhoden – geschenkt! Dass die Goten alles raubten und Erdbeben das Meiste zerstörten – wen juckts? Aber Mythen haben ihren Geldwert. Noch heute kann jeder Tourist die vielbrüstige Artemis als Souvenir nach Hause mitnehmen. Und Ephesus zählt Millionen von Besuchern (was für Sponsoren ja auch net unwichtig ist).

Fast alle Weltwunder hatten ihre Bedeutung für die Religion. Es waren Tempel, Grabstätten, Götterstatuen. Selbst der Sport war der Götterwelt verpflichtet (Wem waren die Olympischen Spiele geweiht? Nein, net Putin). Heute könnte man zuweilen denken, der Sport sei selbst die neue Religion (Hier hängt an der Wand eines jeden Geschäftes ein Bismillah, ein Atatürk und der Wimpel entweder von Fenerbahce, Galatasaray oder Beşiktaş). Doch wir sind zu verweltlicht (Gell, Mursi, gell, Gannouchi, gell, Erdoğan?) Es gehört für Oligarchen und Ex-Paten bereits zum guten Ton, einen Fussballclub aufzukaufen (siehe Abramovich und Chelsea, Akhmetov, der, wie manche sagen, sein erstes Geld als Hütchenspieler in Sochi verdiente, und Schahtar Donezk… ). Ich hingegen kann mir weder den VfL Osnabrück noch Orduspor leisten. Wollen wir zusammenlegen? Aber ob wir Sponsoren begeistern könnten?

Frage: welches sind die modernen Weltwunder? Miss Liberty, die Wolkenkratzer in Dubai, Singapur und London, die Golden-Gate-Bridge oder das I-Phone? Vielleicht kann das erst in fünfhundert Jahren festgestellt werden. Aber wenn’s Geld bringt…

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2 Kommentare leave one →
  1. 12. Februar 2013 17:17

    Moderne Weltwunder? Schon die großen Arenen; die aber nach massensoziologischen Erkenntnissen nicht größer im Fassungsvermögen werden dürfen als um hunderttausend herum. Und wo darin Fußballgöttern, ja dem Fußballgott überhaupt gehuldigt wird, kommen auch die kleinstsen wundersamen Teilchen zum Einsatz: mikrominikleine Übertragungseinheiten, die solche Ereignisse in die Tempel der Fernsehzimmer aller Welt spedieren. –
    Aber Spaß beiseite: Ordu und Osnabrück sollte eine Option bleiben. Beide Städte etwa 150.000 Einwohner, bei Städte am Wasser (Ordu Schwarzes Meer, OS die Hase), beide Vereine lila-weiß, bei mit elf Spielern … usw. – Man muß an die Zukunft denken und heute schon neue Weltwunder in hoffnungsreiche Aussicht stellen.

    • 13. Februar 2013 08:04

      gebongt

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