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Griechenland: Lug, Trug und das Big Business

26. Februar 2012

Nachdem das griechische Volk mehr oder weniger unter die Diktatur  der EU und damit der deutschen Regierung gestellt wurde, sollen nun deutsche Finanzbeamte bei der völligen Ausweidung der griechischen Vermögenswerte mithelfen. Gleichzeitig wird das deutsche Verarmungsprogramm Hartz 4 in einer verschärften Form in Griechenland erprobt und auf seine Tauglichkeit für weitere unbotmäßige Völker Europas getestet.

Dabei stellt sich eigentlich die Frage, was an den deutschen Steuerfahndern so unerhört gut sein soll, wenn  man sich erinnert, daß es lediglich durch den Aufkauf von Disketten mit Daten von bundesdeutschen Steuerflüchtlingen gelingt, die riesigen Löcher zu stopfen, die dem  deutschen Staat durch seine Reichen und deren Tricks entstehen.

Das ist nur ein Punkt der grandiosen Verlogenheit, mit der derzeit das griechische Volk überzogen wird. Im Hintergrund laufen weiterhin die Geschäfte der internationalen, besonders der deutschen Rüstungsbetriebe auf Hochtouren. Der griechische Rüstungsetat entwickelt sich dabei wie folgt:

„Bei den von einer Troika aus Experten des Internationalen Währungsfonds, der Europäischen Zentralbank und der EU-Kommission überwachten Sparmaßnahmen wird das Verteidigungsbudget kaum angefasst. Schon laut Stabilitäts- und Wachstumsprogramm für Griechenland für das Jahr 2010 sollte das Budget für Rüstungsausgaben nur um 0,2 Prozent der Wirtschaftsleistung gekürzt werden – um 457 Millionen Euro. Im selben Dokument wurde vorgeschlagen, die Sozialausgaben um 1,8 Milliarden Euro zu kappen.

Im Etat für 2012 ist vorgesehen, dass der Sozialhaushalt um weitere neun Prozent schrumpfen soll, also um zwei Milliarden Euro. Die Beiträge zur NATO hingegen sollen um 50 Prozent auf dann 60 Millionen Euro steigen, die laufenden Ausgaben für den Verteidigungshaushalt gar um 200 Millionen auf dann 1,3 Milliarden Euro: ein Plus von 18,2 Prozent.“

via : der standard

„Auf der anderen Seite ist Griechenland der EU-Staat mit den – auf das Bruttoinlandsprodukt bezogen – höchsten Rüstungsausgaben überhaupt: etwa 4% des griechischen BiP werden für Waffenkäufe verwendet, von denen wiederum gut 30% auf Deutschland entfallen. Paradoxerweise wurde Griechenland jedoch trotz seiner prekären Finanzlage nicht etwa zu einer rigorosen Minderung des nationalen Rüstungsetats, sondern vielmehr direkt oder indirekt zu immer weiteren Waffeneinkäufen gedrängt.

Eine Minderung des griechischen Rüstungsetats sei es auch nur um die Hälfte (womit der Anteil auf das BiP bezogen im EU-Vergleich immer noch der Höchste wäre) würde das staatswirtschaftliche Problem Griechenlands mit sofortiger Wirkung nachhaltig lindern. Offensichtlich liegt eine derartige Lösung jedoch nicht im Interesse jener “Partner”, deren eigene (Volks-) Wirtschaft zu einem erheblichen Anteil am Tropf gerade dieser Rüstungsexporte hängt.“

via: Griechenland-Blog

Man sieht also unschwer, daß sich immer noch beste Geschäfte mit der griechischen Wirtschaft machen lassen.  Und die Gewinne auf griechischer Seite wandern entsprechend ungefiltert ins Ausland:

„Steuerhinterziehung ist für den angeschlagenen griechischen Staatshaushalt ein Riesenproblem. Um Athen weitere Einnahmen zu verschaffen, soll ein Abkommen zwischen Athen und Bern künftig Steuereinnahmen von ins Ausland gebrachtem Vermögen generieren. Schweizer Medien schätzten die von Griechen auf Schweizer Konten verschobene Summen kürzlich auf rund 286 Milliarden Euro, die unversteuert auf Schweizer Banken liegen.“

via: die presse.com

Eine seriöse Presse, zu der ja seit Wulff auch die Springerpresse gehören soll, die ja minutiös bis zum letzten Bobbycar hinter dem wulffschen Ehepaar her war, müßte all diese Fakten groß und systematisch recherchieren und veröffentlichen. Stattdessen erleben wir ein dümmliches Herumreiten auf dem angeblich zu hohen Lebenssstandard griechischer Arbeiter, Bauern, Rentner, Studenten, Hausfrauen und Beamten, auf all denen also, die sich gegen den Exportschlager Hartz4 nicht wehren können und nicht nur mit Vorurteilen und Häme seitens der deutschen Journaille überzogen werden, sondern denen man nun das letzte Hemd wegnehmen will.

Und so steht zu befürchten, daß demnächst das gleiche böse Spiel, an dem immer die Banken, die Reichen und die Rüstung verdienen, in Irland, Portugal, Spanien und Italien sich wiederholen wird.

Gegenöffentlichkeit tut not. Von der Springerpresse bis hin zum SPIEGEL ist diese kritische Berichterstattung nicht zu erwarten. Sicher wird dort all das genannte erwähnt, ohne jedoch in seine wahre Bedeutung gesetzt zu werden. Wie sagt man so schön: Nur die halbe Wahrheit ist eine ganze Lüge.

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3 Kommentare leave one →
  1. 26. Februar 2012 17:12

    Danke, Hermanitou!
    Man kann ja nur hoffen, dass mehr und mehr Leute über die von Dir beschriebenen Fakten aufgeklaert werden……

    Habe schon lange ein Auge auf diese Gegenden, auch das mit dem Rüstungsetat ist mir net entgangen :-):

    https://exilblog.wordpress.com/2012/01/09/griechenland-und-welche-mythen-uber-das-land-kursieren/
    https://exilblog.wordpress.com/2011/06/18/ist-griechenland-uberhaupt-griechenland/

    Lass uns noch viele Artikel darüber schreiben!
    Gruss
    hibouh

  2. 29. Februar 2012 18:08

    Volle Zustimmung, Hermanitou!

    „Auf der anderen Seite ist Griechenland der EU-Staat mit den – auf das Bruttoinlandsprodukt bezogen – höchsten Rüstungsausgaben überhaupt: etwa 4% des griechischen BiP werden für Waffenkäufe verwendet, von denen wiederum gut 30% auf Deutschland entfallen. Paradoxerweise wurde Griechenland jedoch trotz seiner prekären Finanzlage nicht etwa zu einer rigorosen Minderung des nationalen Rüstungsetats, sondern vielmehr direkt oder indirekt zu immer weiteren Waffeneinkäufen gedrängt.“

    Ich finde dieser Absatz sagt alles. Dass in den deutschen Mainstreammedien diese Fakten verschleiert werden, wundert natürlich nicht.

    Gruß
    fidelche

  3. 3. April 2012 08:10

    Neulich in den Euronews: Sex-crisis in Greece…….

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