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Berühmte Nichtamerikaner

3. Februar 2012

Berühmte Nichtamerikaner

Niemand würde sich Lord Byron als Amerikaner vorstellen können – und das, obwohl er manchmal von Amerika trӓumte. Niemand verkörpert so wie er alle Seiten der schwarzen Romantik (Sexualitӓt, Melancholie, Gespensterglaube, Fernweh, Sehnsucht….). Zeitlebens humpelte er aufgrund eines verkrüppelten Fusses. In Griechenland aber wird er noch heute als Heros und entscheidender Helfer im Befreiungskampf gesehen, obwohl er vermutlich nur seiner verschiedenen Affӓren wegen von England Urlaub nahm (ganz ӓhnlich dem abgebrochenen schweizer Medizinstudenten Johann Jacob Meyer, der ebenfalls zum Heroen des griechischen Befreiungskampfes wurde. Der Prophet gilt nichts im eigenen Land). Im Zusammenhang mit Byron werden denn auch stets seine zum Teil inzestuösen Affӓren, seine Reisen, nach Frankreich, in die schweizer Villa Diodati am Genfer See erwӓhnt, wo er zu Frankensteins Geburt und dem bis heute besonders in den USA anhaltenden Hype um Vampire (Tanz der Vampire, Rosemaries Baby, Buffy, True Blood etc.) Pate stand (im berühmten “Jahr ohne Sommer” 1816 konnte die versammelte Kumpanei wegen des schlechten Wetters oft das Haus nicht verlassen, so vereinbarten sie, sich Schauergeschichten zu erzӓhlen. Mary Shelley verfasste den Roman “Frankenstein”, John Polidori begann seinen Roman “Der Vampyr”. Mit von der Partie war auch noch Byrons heimliche Geliebte Claire – Marys Halbschwester. Waren Shelley und Keats auch dabei? Es wurde exzessiv Laudanum genommen). Aufenthalte in Italien (Venedig, Rom, Pisa, Livorno(?)) schlossen sich an, schliesslich der Feldzug im Epirus, wo Lord Byron der Oberbefehl über die griechischen Truppen angetragen wurde. Im Missolunghi starb der Exzentriker schliesslich 1824 an einem Fieber…..

James Joyce

Einmal, im Zürcher Café Odeon sitzend, nahte ihm ein Fremder und stammelte: “Darf ich die Hand küssen, die ‘Ulysses’ schrieb?” “Nein”, erwiderte Joyce trocken, “diese Hand tat auch manches andere…”
Das Manual “Ulysses” entstand 1914 – 1922 und war sehr lange in den USA wegen unsittlicher Szenen verboten. Es beschrieb einen einzigen Tag im Leben des Leopold Bloom, der durch Dublin wandert, seine Freunde (und Feinde) trifft und spӓter Gesellschaft von seinem “Wahlsohn” Stephen Daedalus erhӓlt.
Eigentlich hӓtte der 15. Juni 1904 in die Geschichte eingehen sollen, denn der junge James hatte sich mit dem (ihn) reizenden Zimmermӓdchen Nora Barnacle, die neu aus Galway eingetroffen war, verabredet. Die aber erschien nicht, worauf James unverdrossen die Einladung für den kommenden Tag wiederholte (Merke: Briefe wurden da anscheinend noch am selben Tag zugestellt). Diesmal erschien die Angebetete. Auf dem folgenden Spaziergang steckte sie nun ihre Hand in seine Hose und zog sie erst zurück, als sie feucht wurde. Bald darauf brannte Joyce mit Nora nach Paris durch. Ihr Leben lang blieben die beiden ein Paar. Oft holte Nora ihren Mann nachts in Triest aus dem Graben und schleppte ihn heim…
Der 16. Juni 1904 aber wurde zum Bloomsday. Der Roman des 20. Jahrhunderts, der, das kann man wohl sagen, die Literatur verӓnderte, wurde am Datum des ersten Schlenderns mit Nora festgemacht. Aber was geschah sonst noch an diesem denkwürdigen Datum?
In Tanger landen 400 marokkanische Soldaten aus Casablanca, um die dortigen Auslӓnder zu schützen.
In Helsinki erliegt der russische Generalgouverneur Nikolai Bobrikow den Folgen eines Attentates.
In New York kommen bei einem Brand des Ausflugsschiffes “General Slocum” auf dem East River etwa 1000 Menschen, überwiegend Frauen und Kinder, ums Leben.
In Berlin wird in einem Wӓschestapel ein blutiges Messer, mit dem vermutlich das Mӓdchen Lucie ermordet und zerstückelt wurde, gefunden.
Einen Tag vor dem internationalen Gordon-Bennett-Rennen ist der Kaiser in Frankfurt/Main eingetroffen.
In Santiago de Cuba wütet ein Wirbelsturm.
In der Tagespresse wird ausführlich über den Fortgang des Japanisch-Russischen Krieges berichtet. Eine russische Flotte fӓhrt den ganzen langen Weg von St.Petersburg um das Kap der Guten Hoffnung herum, um den Belagerten in Port Arthur zu Hilfe zu kommen. Sie – und die Leser der verschiedenen Zeitungen in Dublin und anderswo – ahnen noch nicht, dass die meisten Schiffe im August bei Tsushima von den Japanern zusammengeschossen werden werden.
In der Sahara bellt ein Hund. Die Karawane aber zieht weiter….
Wozu Odysseus zehn Jahre brauchte, nӓmlich um voller Abenteuer und Wirren zurück nach Hause zu finden, das schafft Leopold Bloom, der Held von “Ulysses”, in einem Tag der (Irr)gӓnge durch die Stadt Dublin; das Buch wurde aber auch um die 1000 Seiten dick. Bis heute pflegt man zu sagen, wenn Dublin eines Tages zerstört würde, könnte man es nach Joyces Buch wieder aufbauen.
In jedem Kapitel des Buches kann man einen Gesang Homers wiedererkennen, bis hin zum inneren Monolog Molly Blooms/Penelopes auf ihrem nӓchtlichen Lager. Die Wanderungen Blooms – eines Anzeigenakquisiteurs, dessen jüdischer Vater aus Szombathely im heutigen Ungarn stammte – führen ihn über Klohӓuschen, Bibliothek, Bad,Kantine, Kneipe, Krankenhaus, Strand, Friedhof, Bordell etc. zurück zu seiner Frau Molly und ihrem inneren Monolog, der Molly, die ihn mit mindestens einem andern Mann betrügt, was er weiss.
Joyce grӓzisiert und judaisiert ganz Dublin – das Frage- und Antwortkapitel gegen Ende des Romans zum Beispiel gleicht ebenso Platons Symposion wie dem jüdischen Seder-Ritual – er desavouiert damit und in vielen anderen Szenen die in Irland bis heute so mӓchtige Katholische Kirche viele weitere Male – wie er sie schon am Sterbebett der eigenen Mutter, an dem er niederzuknieen sich weigerte, desavouierte.
Im Übrigen: Wie Homer war Joyce ein blinder Sӓnger. Wie er ein Meister der Worte und des Wortspiels.

Marlene Dietrich

Warum ich Marlene Dietrich auswӓhle? (Sie war ja mehr als die Hӓlfte ihres Lebens US-Staatsbürgerin – seit 1939). Ich bewundere sie vor allem wegen ihres unbedingten Widerstandes gegen das Naziregime, das sie von Anfang an konsequent zeigte, nach eigenen Worten fühlte sie einfach, was richtig war, sie, die nicht im eigentlichen Sinne die Zeitgeschichte intellektuell durchdringen konnte. Ich zӓhle sie daher – wie sie sich auch selbst – zu den Berlinerinnen. Manche heutige akademisch gebildete Holocaustrelativiererinnen könnten sich an ihr ein Beispiel nehmen. Zudem lebte sie, die schon 1930 – also vor mehr als achzig Jahren – Mӓnnerkleidung trug und damit den Frauen das Tragen etwa von Hosenanzügen vormachte (welche Frau trӓgt heute noch Rock – ausser in Bayreuth?), allen das Leben einer selbstbewussten und autonomen Frau vor. Sie liebte viele Menschen, Mӓnner und Frauen. Welche Schande für all die, die sich auch heute noch das Kopftuch aufzwingen lassen und Politmachos verehren!
Marlene wurde 1901 als Tochter eines Polizeioffiziers in Berlin geboren und auf den Namen Maria Magdalene getauft. Den Namen Marlene gab sie sich selbst. Nach kleineren Rollen – auch unter Max Reinhardts Regie – gelang ihr der schauspielerische Durchbruch als Lola Lola im “Blauen Engel”. Sie machte dabei “Ich bin von Kopf bis Fuss auf Liebe eingestellt” zum Welthit, sie, die eigentlich gar nicht singen konnte und trotzdem spӓter mit ihrem Sprechgesang auf weltweiten Tourneen Triumphe sammelte. Bald folgte sie dem Regisseur Josef von Sternberg nach Hollywood, wo sie unter den bedeutendsten Regisseuren drehte und bald zum Weltstar wurde. Im Zweiten Weltkrieg unterbrach sie ihre filmische Karriere jedoch, um sich ganz der Betreuung amerikanischer Truppen widmen zu können. Mit den Siegern zog sie in Deutschland ein, wurde einmal fast gefangengenommen, erlebte das Kriegsende im tschechischen Pilsen. Erstaunlich: noch lange wurde sie in der BRD als “Landesverrӓterin” wahrgenommen! Dazu passt, dass einem auf Youtube auch heute noch, wenn man ihr “Lili Marleen” wӓhlt, der “Marsch der Waffen-SS” als Alternative vorgeschlagen wird.
Als Marlene Dietrich 1975 in Australien von der Bühne stürzte, zog sie sich ganz ins Privatleben zurück, lebte noch lange Jahre, von ihrer Tochter betreut, in Paris, liess fast niemanden zu sich vor und stand nur durch das Telefon mit der Welt in Verbindung.
1992 starb Marlene Dietrich – offiziell an Herz- und Nierenversagen. Marlene Dietrichs Sekretärin und Freundin Norma Bosquet, die sie in den letzten Wochen ihres Lebens fast täglich in ihrer Pariser Wohnung besuchte, erklärte, dass sich die Schauspielerin wahrscheinlich mit einer Überdosis Schlaftabletten das Leben genommen habe, nachdem sie zwei Tage zuvor einen Schlaganfall erlitten hatte.
In ihrer Heimat und ihrer Geburtsstadt Berlin wurde sie nur sehr zögerlich anerkannt. Das wundert mich nicht. Kenne ja so einige Berliner Bloggerinnen und Blogger, die selbst im Jahre 2012 noch den Mord an den Juden relativieren. Nein! Es sind keine rechten Sektierer! Sie nennen sich sogar “Linke”.

Erich Maria Remarque

Geboren nicht in New York, nicht in Buenos Aires, aber in Osnabrück! Auf den Tag genau 250 Jahre nach dem Westfӓlischen Friedensschluss in Münster und Osnabrück. Die Familie trug den Namen “Remark”, die Nazis streuten spӓter das Gerücht, es handele sich bei dem Namen um “Kramer” von hinten gelesen, was viele noch heute glauben. Naja, mehr als 20% der Deutschen glauben eh an rechtes Gedankengut…..
Bemerkenswert ist aber, dass sowohl Remark als auch Remarque in Englisch oder Französisch existierende Wörter sind. Habt ihr das auch bemerkt? Aber wann entschied sich Erich für den zweiten Vornamen “Maria”? Entwendete er ihn bei Rilke? Wir wissen es nicht. Wohl aber wissen wir von seinen abenteuerlichen Berufen vor seiner Zeit als Schriftsteller: Lehrer im Umkreis von Osnabrück, Agent für Grabsteine, Organist im Irrenhaus, Redakteur beim Osnabrücker Tageblatt, Verfasser der Serie “Die Contibuben” fürs Continental-Reifenwerk in Hamburg – Harburg, Klavierlehrer, Sportredakteur….
Unter dem Eindruck von Weltkrieg Eins wurde Remarque zum lebenslangen Pazifisten, schrieb dann den Roman, der ihn bis heute bekannt machte: “Im Westen nichts Neues”
Sobald die Nazis an die Macht kamen, verlegte Remarque seinen Wohnsitz in die Schweiz. Seine Bücher aber wurden unter Hitler verbrannt, seine Schwester spӓter wegen angeblicher Wehrkraftzersetzung (sie hatte 1943 bemerkt, der Krieg sei ohnehin schon verloren) sogar hingerichtet. Überliefert ist Freislers Bemerkung: “Deinen Bruder konnten wir nicht erwischen, dafür aber dich!”.
Spӓter wurde ihm die Staatsbürgerschaft der USA verliehen. In den Staaten traf er viele andere Emigranten, darunter Bertolt Brecht und Lion Feuchtwanger. Zweimal war er mit der Tӓnzerin Jutta Ilse Zambona, welche eine ӓhnliche androgyne Sexualitӓt wie Marlene Dietrich verströmte, verheiratet. Er heiratete in dritter Ehe Paulette Goddard – nachdem er unter anderem Liaisons mit Marlene Dietrich und Greta Garbo gehabt hatte (“Du bist meine Greta Garbo!”), die Paulette, die die weibliche Hauptrolle in “Modern Times” spielte und früher mit Charlie Chaplin verheiratet gewesen war. Die beiden verbrachten ihr Lebensende in Ronco über Ascona, wo sie auch begraben sind….
Nach dem zweiten Weltkrieg hatte in Deutschland keine Behörde Anstalten gemacht, Remarque seine ihm 1938 aberkannte deutsche Staatsbürgerschaft wiederzugeben. Wir wissen allerdings, dass er darauf auch keinen Wert legte.

Saul Bellow

Als Solomon Bellow von russischen Eltern geboren, wird der berühmte Schriftsteller und Literaturnobelpreistrӓger wohl von den meisten von uns für einen US-Bürger gehalten. Tatsӓchlich ist er aber in China geboren, genauer gesagt in Lachine, Quebec, heute ein Stadtteil von Montreal am Hudson, hm, nein, natürlich am Sankt-Lorenz-Strom. Lachine war ironischerweise so getauft worden, nachdem der Ritter La Salle auf der Suche nach den süssesten Mandarinen Chinas an diesem Ort (La Chine = frz. China) geglaubt hatte, am Ziel seiner Wünsche zu sein. Der Arme! So fern von Gott und so nah den USA…… Das war im 17. Jahhrhundert, als Bellows Vorfahren gewiss noch jiddisch sprachen. Gut aber, dass Leute da zuzogen, den viele von den ursprünglichen Bewohnern waren inzwischen von Irokesen aufgegessen worden (Von da überliefert sich wohl das geflügelte Wort: “Paulus mahnt die Irokesen: Hört auf zu futtern und lernt lesen!”).
Bellows Romane handeln von Emigranten und den Mühen der Assimilation, überwinden aber in ihrem picaresken Stil die Mitleidsschranke meilenweit. Das ausgerechnet ihm vorgeworfen wird, er foltere und verdrehe die Sprache, ist als der endgültige Abschied von der klasssischen Schreibweise etwa eines Henry James, aber auch vom trӓnenreichen Pathos eines Walt Whitman und deshalb wohl auch als ein Entlastungsangriff der genannten Grossschriftsteller zu sehen.
An mir sind sowohl seine Bücher als auch seine Interviews irgendwie vorbeigegangen. Kann deshalb auch net sagen, warum ihm mehrmals Rassismus vorgeworfen wurde. Sein Stil aber ist (wie ich erst jetzt feststelle) – ebenso wie der seines linken Pendants Norman Mailer – gewaltig.

Marianne Faithfull

Laura Antonelli, die jahrelang mit Jean-Paul Belmondo verbandelt war, spielt die Hauptrolle in dem eher seichten Film “Venus im Pelz”, nach einer Novelle von Leopold Sacher-Masoch. Diese wurde auch – viel besser – mit Klaus Kinski verfilmt. Ah ja, und nach diesem Leopold ist übrigens der Begriff “Masochismus” entstanden. Dieser zu seiner Zeit berühmte Schriftsteller – u.a. Zola, Hugo und Ibsen bewunderten ihn – schrieb auch viele gute politische Werke, bevor er sich der “Novelle” zuwandte. Seine Definition des Masochismus ist überraschend und kann uns bis heute zu denken geben: “„Daß das Weib, wie es die Natur geschaffen und wie es der Mann gegenwärtig heranzieht, sein Feind ist und nur seine Sklavin oder seine Despotin sein kann, nie aber seine Gefährtin. Dies wird sie erst dann sein können, wenn sie ihm gleich steht an Rechten, wenn sie ihm ebenbürtig ist durch Bildung und Arbeit.“
Bei “Sacher” denken wir ja viel eher an Torte. Tatsӓchlich erfand Franz Sacher im Auftrag von Fürst Metternich in seinem zweiten Lehrjahr die spӓter weltberühmte Sachertorte, ein zwiespӓltiges Schokolade- und Marillenvergnügen, war doch der Auftraggeber der Reaktionӓr schlechthin – und vermutlich auch seine Gӓste keine Revolutionӓre, Franz Sacher andererseits bloss ein Lehrling….Es geschah im Übrigen im Todesjahr Goethes (“…merkst du nicht an meinen Liedern/ dass ich eins und doppelt bin?”), 1832.

Aber was das nun alles mit Marianne Faithfull, dem Groupie der Rolling Stones und der Beatles, der Morphium-Konsumentin, der begnadeten Sӓngerin (“Sister Morphine”,“As Tears go by”, “A working-class hero”, “Au fond de la Seine”) zu tun (ausser dass in Antonellis Haus Kokain gefunden wurde)? Wait, wait, wait…..

1912 wurde in Budapest Eva von Sacher-Masoch, Freiin von Idrisso geboren. Sie war eine Grossnichte des erwӓhnten Leopold von Sacher-Masoch. Ihre Kindheit verbrachte sie in Karansebes in Transsylvanien. Ihr Vater war Arthur Wolfgang, Ritter von Sacher-Masoch, ihre Mutter Flora stammte aus jüdischer Familie. Ihr Bruder Alexander sollte ebenfalls ein bekannter Schriftsteller werden. 1918 zog die Familie nach Wien. Als junge Frau ging Eva nach Berlin, wo sie in der Max-Reinhard Kompagnie in Produktionen von Brecht/Weill tanzte. Mit Ausbruch des Zweiten Weltkrieges ging sie nach Wien zurück, wo sie, die schon vor dem Anschluss gegen Hitler und seine Horden gewesen war, im Untergrund wirkte und oft nur knapp der Gestapo entging… Als die Alliierten Wien und Österreich befreiten, verliebte sich die Baroness Idrisso in den britischen Major Robert Glynn Faithfull, der als Spion in die Stadt gekommen war (Zitherspiel: dada dada dam, dadam!). Im endenden Jahr 1946 wurde dann ihre einzige Tochter, Marianne Faithfull, geboren. So weit die Vergangenheit. Aber ist sie unwichtig?

11 Kommentare leave one →
  1. 4. Februar 2012 16:37

    Byron

  2. 4. Februar 2012 16:39

    Marlene

    • 6. Februar 2012 11:35

      „Manche heutige akademisch gebildete Holocaustrelativiererinnen könnten sich an ihr ein Beispiel nehmen.“

      Burka, Kopftuch und Antisemitismus hätte Marlene Dietrich sicher nicht verteidigt. Kein Wunder dass sie in Deutschland als „Verräterin“ beschimpft wurde und in Israel Standing Ovations erhielt.

  3. 6. Februar 2012 09:51

    Joyce

  4. 8. Februar 2012 18:54

    Und noch ein berühmter Nicht-Amerikaner, den diese auch gar nicht wirklich haben wollten…:

    Ich, Bertolt Brecht, bin aus den schwarzen Wäldern.
    Meine Mutter trug mich in die Städte hinein
    Als ich in ihrem Leib lag. Und die Kälte der Wälder
    Wird in mir bis zu meinem Absterben sein.

    In der Asphaltstadt bin ich daheim. Von allem Anfang
    Versehen mit jedem Sterbsakrament:
    Mit Zeitungen. Und Tabak. Und Branntwein.
    Mißtrauisch und faul und zufrieden am End.

    Ich bin zu den Leuten freundlich. Ich setze
    Einen steifen Hut auf nach ihrem Brauch.
    Ich sage: es sind ganz besonders riechende Tiere
    Und ich sage: Es macht nichts, ich bin es auch.

    In meine leeren Schaukelstühle vormittags
    setze ich mir mitunter ein paar Frauen
    Und ich betrachte sie sorglos und sage ihnen:
    In mir habt ihr einen, auf den könnt ihr nicht bauen.

    Gegen Abend versammle ich um mich Männer
    Wir reden uns da mit „Gentlemen“ an.
    Sie haben ihre Füße auf meinen Tischen
    Und sagen: Es wird besser mit uns. Und ich
    Frage nicht: Wann?

    Gegen Morgen in der grauen Frühe pissen die Tannen
    Und ihr Ungeziefer, die Vögel fängt an zu schrein.
    Um die Stunde trink ich mein Glas in der Stadt aus
    Und schmeiße
    Den Tabakstummel weg und schlafe beunruhigt ein.

    Wir sind gesessen, ein leichtes Geschlechte
    In Häusern, die für unzerstörbare galten
    (So haben wir gebaut die langen Gehäuse des Eilands Manhattan
    Und die dünnen Antennen, die das atlantische Meer unterhalten).

    Von diesen Städten wird bleiben: der durch sie
    Hindurchging, der Wind!
    Fröhlich machet das Haus den Esser: Er leert es.
    Wir wissen, daß wir Vorläufige sind
    Und nach uns wird kommen: nichts Nennenswertes.

    Bei den Erdbeben, die kommen werden, werde ich hoffentlich
    Meine Virginia nicht ausgehen lassen durch Bitterkeit
    Ich, Bertolt Brecht, in die Asphaltstädte verschlagen
    Aus den schwarzen Wäldern in meiner Mutter in früher Zeit.

    • 9. Februar 2012 17:12

      „Und ich betrachte sie sorglos und sage ihnen:
      In mir habt ihr einen, auf den könnt ihr nicht bauen“

      BB, sehr, sehr schön.

  5. 9. Februar 2012 06:19

    Ganz recht, Hermanitou! Und ein wunderbares, einziges Gedicht…….

  6. 9. Februar 2012 15:44

    Remarque

    Erich Maria Remarque und Marlene Dietrich in Paris

  7. 10. Februar 2012 00:02

    Die Marlene Dietrich hat ihre Auftritte immer mit dem wunderschönen Antikriegslied: „Where are all the flowers gone“ – „Sag mir, wo die Blumen sind“ beendet. Sie war schon eine ganz Große.

  8. 22. Februar 2012 10:49

    Bellow

  9. 29. Februar 2012 08:41

    Eva von Sacher-Masoch mit ihrer Tochter Marianne Faithfull

    Eva von Sacher-Masoch mit ihrer Tochter Marianne Faithfull

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