Skip to content

Zur Lage im Nahen Osten

13. Dezember 2011
tags:
by

Im Jahr 2011 haben grosse Veränderungen und Verschiebungen die Weltpolitik geprägt. Ich werde versuchen, diese im Folgenden zu schildern, ohne sie aber gleichzeitig zu bewerten. Ist ja auch letztlich ziemlich egal, ob ich sie Sahne oder Scheisse finde, gell?
Durch den sogenannten “arabischen Frühling” sind die meisten Staaten des Maghreb und auch des Nahen Ostens im Erschütterungszustand, und noch ist nicht abzusehen, was aus Tunesien, Libyen, Aegypten, Syrien, Jordanien, Marokko, dem Jemen, Bahrain und den Ölscheichtümern und auch Saudi-Arabien letztlich werden wird.
Israel ist zutiefst verunsichert und wird sich seiner Haut mehr wehren, als wir es vielleicht erwarten. Gleichzeitig ziehen die US-Truppen (teilweise) aus dem Irak ab. Iranische Raketen sind aber ausser auf Erez Israel auch auf sämtliche amerikanischen Basen im Nahen Osten gerichtet.
Im ganzen “Erdteil” herrscht noch immer die heillose Grenzziehung der vormals imperialistischen Staaten unter Führung Englands. Nur die Türkei hat sich dank Atatürk und der Konferenz von Lausanne dieser Reissbrettpolitik entziehen können und steigt derzeit in der Folge obengenannter Entwicklungen als “Schutzmacht” der meisten genannten Länder wie ein Phoenix aus der Asche zu neuer Weltgeltung auf. Warum das?
Die Wirtschaftskraft der Türkei wird (genau wie aber auch die Schulden des Landes) überproportional wachsen, demnächst noch stärker als die Chinas, während die USA und Europa im Nullwachstum der Wirtschaftskrisen taumeln.
Zudem hat England neulich der Einigkeit Europas wohl den Todesstoss versetzt.
Was wird nun aus der ewigwährenden Beitrittsbitte der Türkei in/an die EU? Sollte das Land vielleicht eher mit England “zusammenspannen”? Oder mit China? Oder mit den USA, die sie nicht mögen, von denen sie aber hören, dass sie gebraucht werden…?
Warum sollte sie zu den Zwergen gehören wollen? (Währenddem Europa die Türkei dringender denn je brauchen würde). Aber da sei die christliche Leitkultur des Abendlandes vor! (Und es wäre zu analysieren, woraus selbige in den letzten ca. 100 Jahren bestanden hat). Und man vergisst, dass die Muslime auch ohne den Beitritt der AKP-geführten Türkei längst in Europa angekommen sind.
Von hier aus einen Rat an Merkosy: Handelt schnell! Bezieht die Türkei ein! Ansonsten……

Advertisements
10 Kommentare leave one →
  1. 13. Dezember 2011 21:37

    Deiner Analyse der Lage im Nahen Osten stimme ich voll zu. Eine Prognose wie es weitergeht ist sehr schwierig weil alles sehr fragil ist. Gibt es den Euro noch in einem Jahr? Bleibt England stur? Bricht die Weltwirtschaft, das Weltwährungssystem zusammen?

    Deine Fragen sind alle berechtigt und gut, aber sehr schwer zu beantworten. Was die Türkei machen könnte weißt du besser als ich. Ich befürchte diese türkische Regierung lässt nicht viel Gutes erwarten. Die Türkei wird wohl die islamische Karte spielen. Alleine wegen der Krise Europas wird es in den nächsten Jahrzehnten zu keiner EU Mitgliedschaft der Türkei kommen. Ob das gut oder schlecht ist weiß ich nicht. Es kommt zuviel zusammen: Die „Revolutionen“ im Nahen Osten, die extremen Wirtschaftskrisen des Westens und die Radikalisierung des Islams, die Verarmung der 3. Welt, alles verbunden mit der immer stärkeren Bedrohung Israels. Was also tun?

    • 14. Dezember 2011 08:02

      Danke für den Kommentar. Wie gesagt: für mich waere eine EU-Mitgliedschaft der Türkei net von übel, würde vieles einfacher machen…
      Aber ob für die Türkei? Erstmal müssen wir eine zivilisierte Regierung bekommen, dann sehen wir weiter 🙂
      Oder aber ich muss, wie ja manche es tun, zum Islam konvertieren? (Das warn Scherz)

  2. 14. Dezember 2011 16:32

    Lassen wir einmal die Unbekannte „Krise des Kapitalismus beiseite“ und gehen davon aus, dass morgen die Türkei Mitglied der EU wird und morgen der Euro in der Türkei eingeführt wird. Was passiert? Auf die Schnelle fallen mir 10 Punkte ein:
    1. Deutschlands Exportwirtschaft wird sicher profitieren.
    2. Die Türkei wird mehr Schulden machen.
    3. Die Türkei wird Sozialleistungen kürzen müssen.
    4. Urlaub wir bedeutend teurer für Deutsche, es fliegen also weniger in die Türkei
    5. Bestimmte türkische Betrieb werden expandieren.
    6. Neue türkische Arbeitsplätze werden geschaffen.
    7. In der EU könnte die türkische Regierung nicht mehr so leicht auf die islamische Karte setzen
    8. Türkische Firmen und Arbeiter dürfen in ganz Europa produzieren und arbeiten, dadurch –
    9. gibt es einen kulturellen Austausch der sich positiv auswirken könnte, oder
    10. billige Arbeitskräfte kommen in die reichen Industrienationen (wichtig daher- Mindestlohn)

    Fortsetzung folgt.

  3. 14. Dezember 2011 21:47

    >>Im ganzen “Erdteil” herrscht noch immer die heillose Grenzziehung der vormals imperialistischen Staaten unter Führung Englands. Nur die Türkei hat sich dank Atatürk und der Konferenz von Lausanne dieser Reissbrettpolitik entziehen können<<
    GESCHICHTE
    IST VERGANGENE
    POLITIK
    Politik: jetzt
    Geschichte: damals
    Ah, ja
    haha

    Gut geschrieben!

  4. 15. Dezember 2011 09:25

    Ich glaube nicht, daß England einen Alleingang machen wird.

    Ich stimme Fidelche absolut in den Konsequenzen zu, die ein Beitritt der Türkei zur EU nach sich ziehen würde. Und dieser Beitritt ist überfällig.

    Hibou, bitte tritt nicht zum Islam über 🙂

    • 15. Dezember 2011 22:32

      Ich untersteiche Hermanitous Bitte:Hibou, bitte tritt nicht zum Islam über!

  5. 15. Dezember 2011 19:14

    Eher werd ich zum Zapfen und roll den Hang hinab 🙂

    Puncto Arbeitsplaetze: Das türkische System ist vom europaeischen ziemlich verschieden: man kann recht bald in Rente gehen (was auch fast jeder tut) und dann einem der vielen Jobs nachgehen. Hier sind eh fast alle Kleinunternehmer: Dolmuşfahrer, Halbtagslandwirte (Frau arbeitet, Mann sitzt im Café), Restaurant- oder Budenbesitzer, Strassenverkaeufer, Tausendsassa….
    Krankenhaus, Aerzte etc waren früher alle gratis, eben erst wird alles nach westlichem System privat und teuer. Die Familie haelt zusammen und ernaehrt viele Köpfe……

    • 17. Dezember 2011 13:44

      Hibouh, gut so.
      Thema Urlaub: Gab oder gibt es irgendwelche Aussagen der türkischen Tourismusbranche über eine potentielle Einführung des Euro. Ich gehe mal davon aus, dass die Hotellbesitzer aus finanziellen Gründen eher gegen einen EU Beitritt wären, denn der ganze Wettbewerbsvorteil gegen Griechenland wäre wohl dahin.
      Wo liegen deiner Meinung die wirtschaftlichen Vorteile für die Türkei bei einem EU Beitritt?

  6. 17. Dezember 2011 16:47

    Psst! Es sind keine!!
    Aber net der hiesigen Regierung sagen, gell?
    Ich denke naiverweise immer, das Land würde damit net (so schnell) den Islamisten in den Rachen fallen. Bin eben ein Schöndenker 🙂

    (Naja, die Türkei wickelt noch immer einen Grossteil ihres Handels mit der EU ab)

    • andreasfecke permalink
      21. Dezember 2011 09:27

      „Von hier aus einen Rat an Merkosy: Handelt schnell! Bezieht die Türkei ein! Ansonsten……“

      Das war der letzte Satz in deinem Beitrag oben.
      Ernstgemeint?

      Vergiss ihn doch nicht,
      oder plaudere ihn so schnell runter wie alles andere hier auch.

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: