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Ferne Welten IX: Texas

4. November 2011
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Wir hatten in Bodrum ein Priesterehepaar aus San Antonio, unsere Nachbarin ging regelmässig bei ihnen in die “Kirche”, nun sind sie nach Texas zurückgekehrt und arbeiten da wahrscheinlich…. als Cowboy und Cowgirl?

Texas ist ein Staat mit Vergangenheit: spanischer, französischer, unabhängiger. Von Mexico sagten sie sich los, weil dort die Sklaverei verboten wurde. So kämpften sie natürlich auf Seiten der Konföderierten und verloren gegen Abe Lincoln. Houston, wir haben ein Problem!
Texas heisst in der Sprache der inzwischen ausgerotteten Pawnees, dem Caddo, “Freunde” oder “Verbündete”. Dort liegen unter anderem der Llano Estacado, der Santa Fe Trail, die toten Apachen und Komantschen und die Ranch der Bushes.

Der Cowboy, ursprünglich da Tagelöhner und, wie wir heute sagen würden, dem Prekariat zugehörig, ist heute zum weltweiten Symbol geworden. Ein Mr. Stetson, nicht aus Texas, ich glaube, aus Missouri, Hutmacher seines Zeichens, entwickelte ihnen den Hut nach dem Vorbild des mexikanischen Sombrero. Heute trägt ihn ein jeder:, Bob Dylan, Michael Jackson, die Dixie Chicks (even Cowgirls get the blues), Chris Christofferson, Hans Olav Henkel, Lex Barker, Mr. Bush und jeder X-beliebige Texaner und Weltenbürger, sei er auch noch so wenig Cowboy. Mancher legt ihn nicht einmal zum eigenen Begräbnis ab. Jaja, die Phantome des Hutmachers……
Auch die Jeans wird inzwischen weltweit und in jeder Altersstufe getrage. Wir sind nicht nur informiert, sondern auch uniformiert. Die Stiefel sind aus geflecktem Leder. Gefleckt sind auch die Reittiere der – einsamen – Cowboys und die Lungen des Marlboro Mannes. Und wenn er nicht gestorben ist….

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6 Kommentare leave one →
  1. andreasfecke permalink
    9. November 2011 05:23

    Persönlich:
    Hibou, einige Monate war ich hier weg, wird veilleicht auch noch so dauern, aber an Dich habe ich oft gedacht.
    Jeder, der mal irgendwie irgendwas schreibt, fragt sich, ob er/sie nicht mal ein Buch schreiben könnte. Literatur. Nicht unbedingt Hochliteratur. Krimi, Novellen, usw., oder den spannenden Roman.
    Ich kann das wohl nicht.
    „Stoff“ habe ich, aber keine Ideen für den „Plot“.
    Ich denke, Du hast beides.
    Fang an, und nimm mich als Deinen Lektor!
    Andreas

  2. 9. November 2011 16:50

    Hehe: Hallo Lektor, hier ist mein Roman:

    http://www.blogigo.de/Hotel_Naipaula

    Grüsse nach Afrika! (Wohnst Du da?)

    • andreasfecke permalink
      9. November 2011 20:17

      Es ist kein Roman, es ist ein Theaterstück. Als geübter Prosaiker kann ich das natürlich nicht beurteilen. Empfehlung: mindestens 50% der Dialoge durch Erzählerei (Ich- oder Nicky-Perspektive) ersetzen, dabei mindestens fünf Personen tiefenpsychologisch profilieren. Das macht sicher 500 Seiten,. Wer war der Mörder? Hibou, aber der hatte zwichenzeitlich alle schlappreden können und ist in die Türkei entkommen. Geil! Fortsetzung! Hotel Njetnejastrawowitschka fast direkt am Schwarzen Meer. Kaviar a gogo, noch mal drei Tote, und wer war es? Hibou, der sich auf dem letzten Baumstamm der Ex-UdSSR retten konnte, mit Stalins Papieren paddelnd, in Richtung Israel, dem heiligen Hort. Leider ist Hibou an der falschen Küste gelandet, bei den Palästinensern. Und so müssen wir noch mal fünfzig Jahre warten, um nur zwei Dinge zu wissen: lebt er? Gibt es einen Teil III?

  3. 10. November 2011 09:57

    lach…. sehr gut, Andreas! Aber ich bin scheinbar kein Romancier – obwohl sehr gerne Krimis schreiben würd –
    Bin halt dann Theatermann :-))
    Vorhang! Applaus! Dein hibouh

  4. 11. November 2011 16:37

    500 Seiten hab ich noch nicht, aber 300? Mein Theaterstück ist n bisschen komplizierter als im Blog: verschachtelt. Also: Ernesto schreibt einen Roman, zugleich liest er ein Buch, genannt Bianca und Hoffnung. Die Leserin und der Leser liest es (gratis!) mit. Dann liest er noch in einer Art kleinem Lexikon: Brevier der Redensarten.
    Kennst Du Jasper Fforde? Er schrieb vier Bücher über die „Literaturagentin“ Tuesday Next. Sie hat die Gabe, dass sie in Bücher (und deren Handlung) hineingehen kann, wenn da was schief laeuft. Ohne sie waeren viele Bücher heut anders (weniger tragisch?) (weniger komisch?) (besser??) Hehe. Ich mag sie.

    • andreasfecke permalink
      14. November 2011 07:28

      Kenne ich noch nicht. Noch nicht.

      Leseempfehlung: Martin Amis – Information.

      Richard ist ein richtiger Literat, sein Studienkumpel Gwyn eine nichtssagende und nichts zu sagen habende Nullnummer, beide sind Briten.
      Rich dichtet ab seinem ersten Roman, den er sogar 500 mal verkauft hat, in die Tonne, Geld verdient seine Frau in einem Laden, und er bei einem Literaturmagazin mit etwa acht Lesern, mit Rezensionen über Biografien drittklassiger Autoren. Gwyn schreibt sich zum Millionär.
      Rich, mittlerweile impotenter Looser mit zwei Nervkindern, will literarische Gerechtigkeit – der Roman erzählt seinen Totalabstieg und Untergang, sinnbildlich für die Kunst.
      „Früher ging es um Götter, dann um Halbgötter, dann um Herrscher, dann um den Adel, dann um das bessere Volk, dann um uns, dann um den Abschaum.“

      Das Buch kennt überhaupt keine Gnade, egal in welche Richtung.

      Es ist randvoll mit Bezügen und ironischen Anspielungen auf (meist angelsächsische) Literatur, von denen ich höchstens 15% verstanden habe.

      Was ich verstanden habe: Dieses Buch hat mir unsere Welt erzählt, nicht nur die Kulturwelt, die ganze Welt. So, wie sie ist, wie wir sind. Erbärmlich, einmal nackt ausgezogen.

      Höhepunkt sind die 150 Seiten einer gemeinsamen Promotiontour in die USA, bei der Rich als Minibiograph von Gwyn teilnehmen darf.

      Wie tief kann man sinken, wie tief kann die ganze Welt sinken?

      Antwort: Da unten in diesem Loch gibt es keinen Boden.

      Hibou, lese es, das ist ganz ganz große Gegenwartsliteratur!

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