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Von der unerträglichen Leichtigkeit des Glaubens

26. Oktober 2011

Vor etwa nem halben Jahr geschrieben. Anlaesslich der „grünen Revolution“ im Iran. Bianca und Hoffnung sind Charaktere aus Hibous Roman:

 

„Für uns gläubige Physiker“, schrieb Albert Einstein kurz vor seinem Tod, „hat die Scheidung zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft nur die Bedeutung einer wenn auch hartnäckigen Illusion.“

Bianca und Hoffnung tanzen den “Glaubens-Blues”, mitten überm Atlantik

–          Was meinst Du mit “Glauben”? Einstein oder Ajatollah Chamenei?

–          Ohne Religion wär die Welt weiter, meinst Du nicht?

–           “Ich glaube, was ich nicht weiss, ich weiss, was ich nicht glaube”?

–          Die Politiker glauben alle nicht. Sie wollen an der Macht bleiben. Selbst die Ajatollahs und die Taliban. Sie behaupten nur, gläubig zu sein…

–          Am Rande vermerkt: ist es nicht eigenartig, dass der Westen, Amerika, England etc, Deutschland (siehe den jüngsten Bericht über den BND) vor einigen Jahrzehnten die Taliban gegen die Russen finanzierten. “Ich habe eine Schlange an meinem Busen genährt…” Und wahrscheinlich, na, ich nehme es mal als sicher an, Chomeini gegen den Schah finanziert haben… Die beiden Schüsse gingen nach hinten los……

–          Bestimmt finanziert der Westen nun die Teheraner Strasse erneut…

–          Und trotzdem ist es erstaunlich, wieviel einige Männeken in Prostest noch immer bewirken können. Auch und vor allem durch ihre Toten – siehe Neda.

–          Dir ist aber klar, dass Mussawi auch nur einer der vier vom Wächterrat ausgesuchten Präsidentschaftskandidaten ist?

–          Na und?  War Gesine Schwan etwa nicht ausgesucht?

–          Aber Mussawi steht seltsamerweise eher für die Mullahs (auch wenn es nicht so scheint), Ahmedinedschad eher für die weltlichen Nationalisten…Und Mussawi war von 1981-89 schon einmal Ministerpräsident, ist dazu ein echter Hardliner. Er stand am Ursprung des persischen Atomprogramms. Bahman Nirumand bezeichnet ihn als ein „Kleintaschenformat des Ayatollah Chomeini“, wie dem Iran-Report der Heinrich-Böll-Stiftung zu entnehmen ist.

–          “Persisch” hehe. Erinnert mich an das Hamburger Persipan. Oder dass die aegyptische Manschaft beim Confed-Cup von der Presse “die Pharaonen” genannt wurde, und die unterlegenen Italiener gleich hinterher “die Mumien”…

–          Nur das Gerede von der “ausländischen Einmischung” kann ich nicht glauben….

–          In den Jahren zwischen 1945 und 2005 versuchten die USA unter beiden Parteien, 50 Regierungen zu stürzen . . .; sie unterdrückten mehr als 30 populistische und nationalistische Protestbewegungen und waren in Attentate oder geplante Attentate von 35 ausländischen Führungspersönlichkeiten verwickelt…. Aber was meinst Du, was in Deutschland los wäre, wenn nach einer Wahl Protest von der Strasse käme? Die Polizei würde genauso dreindreschen. Man würde sich Einmischungen der iranischen Regierung verbitten…..

–          Wobei ich nicht glaube, dass sie Leute erschiessen würden?

–          Unverhofft kommt oft!

–          Du nu wieder……….

Hier geriet das Flugzeug in Turbulenzen, so dass uns das weitere Gespräch der beiden verborgen blieb.

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One Comment leave one →
  1. 26. Oktober 2011 11:11

    „Selbst die Ajatollahs und die Taliban. Sie behaupten nur, gläubig zu sein…“

    Eine spannende Frage, die ich mir seit vielen Jahren stelle: Glauben die wirklich was sie predigen?

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