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I want my life back!

22. Oktober 2011

Gesichter und Geschichten, Lebensläufe und bewegende Bilder, das zeigen die Fotos, die ich hier aus der amerikanischen „Occupy Wallstreet“ Bewegung entnommen habe und die deutlich machen, um was es eigentlich geht, wenn das internationale Großkapital ungezügelt seine Kreise ziehen darf.

Die Lebensläufe sind alle einzigartig, sie könnten aber so oder ähnlich auch in jedem europäischen Land ablaufen. Während die Spekulanten und Pleitegeier von Rettungsschirmen aufgefangen werden, anstatt im nächsten Knast zu landen, interessiert es die Merkels und Sarkozys hierzulande überhaupt nicht, wie es Menschen geht, die im sozialen durchgelöcherten Netz mit garantiertem freien Fall in die Armut gestrandet sind und die man bis zum letzten Cent ausgenommen hat.

Aber das nur nebenbei. Hier sind Bilder aus der amerikanischen Protestbewegung:

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11 Kommentare leave one →
  1. 22. Oktober 2011 12:47

    Schöne Beispiele… Wo ist die Schmerzgrenze? Wenn man bedenkt, dass 99% eigentlich viele Millionen Leute sind, sind 1000, selbst 10000 Protestierende wenig. Was brauchts noch?

  2. 24. Oktober 2011 15:40

    99 %. Da sind die Amis weiter als wir. Hier wird einmal demonstriert und dann das ganze bis zum nächsten 1. Mai vertagt.

  3. 24. Oktober 2011 17:24

    Zur Frage der Reife revolutionärer Verhältnisse verlinke ich mal zur Theorie: http://www.ca-ira.net/verlag/leseproben/isf-jetzt.html mit dem Titel: Das revolutionäre Jetzt als Dauerzustand.

    • 25. Oktober 2011 21:42

      Ich meine das als Optimismus wie auch als Pessimismus, ganz nach Max Horkheimer eben.

  4. 26. Oktober 2011 13:17

    Matthias Altenburg schreibt in seinem Tagebuch am 25.10.:
    „Die Offenheit der Occupy-Bewegung ist momentan ihre Qualität. Weil sie Projektionsfläche vieler Unzufriedenheiten ist, hat sie eine Dynamik entwickelt wie kaum eine andere Bewegung der letzten dreißig Jahre. Erstaunlich ist das, da es in ihr ja nicht um Partikularinteressen geht – wie um die Verhinderung einer Startbahn, eines Atomkraftwerks oder eines unterirdischen Bahnhofs -, da sie stattdessen ja auf das unsichtbare Herz des Systems zielt, da sie die Eigentumsfrage zu ihrer zentralen macht. Sie nennt sich mit einer gewissen Keckheit “revolutionär”, erklärt die Überwindung des Kapitalismus zu ihrem Ziel und scheint damit weder die christliche Buchhändlerin abzuschrecken, noch den esoterischen Chemiestudenten oder den pensionierten Wirtschaftskundelehrer. Die Offenheit der Bewegung ist keine taktische, sondern eine faktische. Ausgeschlossen werden von den Aktivisten lediglich rassistische, nationalistische, antisemitische, sexistische und homophobe Inhalte. So nennt sich die Bewegung zwar nicht links, kann aber kaum anders genannt werden – wenn auch in einem recht vagen Sinne. Wer sich an ihr beteiligt, bestimmt ihre Richtung mit. Es gibt für einen Linken im Moment keine wirklich guten Gründe, sie nicht zu begrüßen, zu unterstützen und durch eigene Erfahrungen und Einsichten zu stärken.“
    Das ist der erste Teil, und der zweite ist auch sehr interessant. Hier weiterlesen: http://www.janseghers.de/

    • 26. Oktober 2011 15:04

      Dem kann ich nur zustimmen. Endlich wird die Eigentumsfrage als die eigentlich zentrale Frage wieder gestellt, leider nur bisher in den USA. – Und dort geht die Staatsmacht – was bei uns nicht berichtet wird – miitlerweile recht brutal gegen die Occupy-Bewegung vor. Auf Google-plus berichtet Kenneth Dunlap sehr anschaulich über die Occupy-Bewegung. Ich gebe mal hier einen hoffentlich funktionierenden Link:
      https://plus.google.com/103460569489458223929/posts?hl=de&tab=h

      Ach ja. Google plus ist im Übrigen eine echte Alternative zu Scheiß-Book.

    • 27. Oktober 2011 14:47

      Hermanitou, endlich mal unterschiedliche Auffassungen. Zwei Blogs hier im Roten Salon und bei MI.

      Grüße fidelche

  5. 27. Oktober 2011 14:49

    Wie in MI stelle ich auch hier mal den Gremliza-Auszug rein. Nach beißender Kritik an Hunger, Slums, Nestle, Oetker, Pharmakonzernen, Prada, Chanel, der Automobilindustrie und der Rüstungsindustrie schreibt Hermann L. Gremliza in Konkret 11/2011 in „Occupying Depression“:

    „….. Kritik der politischen Ökonomie, Programme, Strategien? Radikales Denken ist ausgerottet vom antikommunistischen Furor der Propagandakompanie, im Volksmund als „ die Medien“ bekannt. Unter ihrem Regime haben Chancen nur noch die Bespaßer. (…)

    In Deutschland, dem Kolonialreich der dritten Generation, finden es irgendwie alle geil, dass den Grünen, diese Farce auf die Tragik der Arbeiterbewegung, die Piraten als Klamotte folgen. Auf das größte Wohlwollen aber treffen die Rebellen aller Glaubensrichtungen, die zwischen Hudson und Oder unter der Parole „Occupy“ gegen die „Auswüchse des Kapitalismus“ protestieren, unterstützt von Attac, Piraten, Grünen, DGB, Fußkranken der Neuen Sozialen Bewegungen und einer Linkspartei, deren Vorsitzender Klaus Ernst Anschluss sucht und den Auflauf einen „Aufstand der Anständigen“ gegen die „Diktatur der Banken“ nennt. Eine Springer-Zeitung hat sich eine Archetypen aus der bunten Schar gegriffen, den „Occupy-Unterstützer Thomas Andreas Heinz, 43, Heilpraktiker, Yoga-Lehrer, Callcenter-Mitarbeiter, Selbstständiger“- „Das Einkommen stimmt“, sagt er -, der das ideelle Gesamtbekenntnis der Bewegung ablegt: “ In der Gruppe fühle ich mich ganz stark geborgen.“ Das ist schön für ihn und die anderen, und es schadet nicht, triebe solches Gerede die allgemeine Verblödung durch das tägliche Talkshowbusiness nicht noch weiter voran.“

  6. 27. Oktober 2011 15:25

    Ich kann ja Gremliza durchaus zustimmen, was die deutsche halbherzige Imitation der Okkupai-Bewegung angeht. Die in den USA verschärft aber doch deutlich ihre inhaltliche Arbeit, stellt die Eigentumsfrage und ist seit Wochen eine tatsächliche Bewegung, nicht so ein halbes Rumdemonstrier-Gehabe wie hier bei uns.

    Ich plädiere trotz aller berechtigten Bedenken für eine solidarische Begleitung der Okkupaier.

    • 28. Oktober 2011 00:30

      Ja! Ein vielleicht gar nicht so hergeholtes Beispiel: Adorno war ein altprofessoraler Lehrer, und sein Ort war die Ordinarienuniversität. – Trotzdem ging er immer wieder nicht nur zum HR, um öffentlich-erzieherisch tätig zu werden. Er wehrte Didaktik ab, nicht aber Vermittlung und Diskussion mit jungen Leuten. Adorno war so – trotz aller theoretischen Negativität – ein praktisch-solidarischer Optimist. Jedenfalls in seinem Verhalten.

    • 28. Oktober 2011 16:35

      Klar Hermanitou, ich sehe auch Unterschiede bei den „Okkupaiern“ in den USA und in Europa.

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