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Stickstoff (Nitrogenium)

24. Juli 2011

Der Amoklauf von Oslo und der einen Insel veranlasst mich zu neuerlicher Küchenphilosophie.

Anmerkung: viele Menschenleben wurden da ausgelöscht, das ist schrecklich. Doch eine Suche nach den Ursachen (innerhalb unsere Logik und Psycho-Logik) hilft wenig, auch nicht die tapfere Versicherung, an “unserer offenen Gesellschaft” festhalten zu wollen. Sind nicht die Waffengesetze der springende Punkt? Nach wie vor sind Waffen erlaubt, auch hatte der ominöse Täter da in Norwegen wohl einen Waffenschein?

Auch hatte dieser – als Bauer – wohl die Möglichkeit, sich jede Menge Kunstdünger zu beschaffen. Hier würde allerdings kein Waffengesetz greifen (wie auch net bei Verkehrs- und Haushaltsunfällen, AIDS, Blitzschlag, Tsunami, Nuklear-GAU etc.)

Womit wir beim Stickstoff wären.

Wie harmlos er doch ist! Unsere Atmosphäre besteht zu beinah 80% aus ihm. Farblos, geschmacklos, unsichtbar, unbrennbar (Erstickstoff!), weigert er sich, mit irgendeinem anderen Element zu reagieren, verharrt in seiner elementaren anorganischen Form und hält uns sogar durch sanften Druck von aussen vom Platzen ab *gg*

Wie höchst gefährlich er doch andererseits ist! Ja, wir haben alle vom Nitroglyzerin gehört und den entsprechenden Film gesehen! Wie der italienische Schauspieler – war es Lino Ventura? – am Steuer seines LKW geschwitzt hatte, weil die Chose bei der geringsten Erschütterung explodieren konnte!! Nur zu gierig ist der Stickstoff da, plötzlich und mit Knall zu reagieren!! Und – Küchenfrage – was hat unser beliebter Nobelpreis denn mit dem Stickstoff zu tun? Richtig: Alfred Nobel schuf das Dynamit und machte damit seinen Reichtum (Jeder ist seines Glückes Sprengmeister).

Zum dritten: Leider können die Pflanzen mit dem Stickstoff der Luft äusserst wenig anfangen. Weshalb es Tiere (Bakterien, Guano – wasn das? Vogelscheisse) und Menschen (Gemüseesser, Komposthersteller Autofahrer –Stickoxyde) (ach du Scheisse) gibt. Die Leguminosen – horror, da gehören ja die Sprossen dazu! – bilden im Pflanzenreich die Ausnahme, weil sie an ihren Wurzeln in Bläschen mittels Bakterien Stickstoff anreichern. Man könnte also den Kunstdünger verbieten und den Boden biologisch durch Kleesaat, Lupine, Luzerne, Bohnen, Erbsen und Soja verbessern? Sag das mal den norwegischen Bio-Bauern.

Anmerkung 2: Man erlaube mir den wiederholten Gebrauch des Wortes “Scheisse”. Ich bin im Gegensatz zu manchen weiblichen Mitgliedern der „Freitag“scommunity net koprophil, aber lange Zeit, bis dass die Chemie die Extraktion von Stickstoff aus der Luft (er)fand, war Guano, war Salpeter, die einzige Quelle, Stickstoff zu extrahieren. Naja und ausserdem “düngen” wir ja noch heute mit Dung. Aus China stammt die schöne Geschichte, dass arme Pächter einen Stein auf die steil ansteigende Strasse vor ihrer Hütte legten, die Ochsen, die die Karren zogen (“wie der Ochs am Berg”) hatten dann Mühe, die Karrenräder über das zusätzliche steinerne Hindernis zu wuchten und – schissen! Worauf die Hüttenbewohner das bleibende Resultat flugs einsammelten und ihr Gemüsegärtlein damit düngten. Aus China soll auch das erste Schwarzpulver stammen….

Neueste Theorien verkaufen uns Nitrate – die ja durch Überdüngung der Ozeane auch Algenpest und Fischetod bewirken – sogar als Therapeutikum:

http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/mahlzeit/1339221/

Des Weiteren wird Stickstoff bei der Leuchtstoffröhrenherstellung, beim Aufschlagen von Schlagsahne, bei Flugzeugreifen, in der Medizin und wer weiss noch wo gebraucht. Von seinem Vorhandensein im Zyan (Blausäure) mal zu schweigen…..

Merke: wir müssen nicht den Stickstoff schlagen, wenn wir den Anwender meinen!

Jaja der Stickstoff…

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2 Kommentare leave one →
  1. 24. Juli 2011 12:21

    Schöne Zusammenstellung, @hibouh. Zu Kühlzwecken ist er in flüssiger Form auch zu gebrauchen (z.B. zum Kühlen von Supraleitern oder zur Warzenentfernung)!

    lg LL

  2. 24. Juli 2011 12:58

    danke!
    N = ein Tausendsassa? 🙂

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