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Libyen, revival der Kultur der Berber

20. Juli 2011

„Azoul (hallo). Ich werde Euch die Sprache Eurer Großeltern lehren.“ Mit diesen Worten begann Sara Aboud ihren ersten Kurs der Berbersprache für Kinder in Yefren. Wörter, die zur Zeit, als Muammar Gaddafi in den Bergen im Westen Libyens regierte, jemanden ins Gefängnis schickten und die heute Freiheit bedeuten.

„Zuvor wurden wir als Bürger zweiter Klasse behandelt. Wir, die wir an der Wurzel dieses Landes sind, haben jetzt das Recht aufrecht zu stehen,“ begeistert Taghrid Aboud sich, ein Mädchen von 22 Jahren.

Sprechen oder in der Öffentlichkeit schreiben, lesen oder ausdrucken in Amazigh Sprache: all dies war nur durch den libyschen Staatschef verboten, der immer misstrauisch blieb vis-à-vis dieser Menschen, im Land schon vor der arabischen Eroberung im siebten Jahrhundert und bekannt für ihren Widerstand gegen die italienische Besatzung im frühen zwanzigsten Jahrhunderts.

Rebellion, Krieg, Unterdrückung, Freiheit
mal anders erzählt:
http://afri-russ-archiv.blog.de/2011/07/20/libyen-renaissance-der-berberkultur-la-culture-berbere-explose-dans-l-ouest-libyen-11508764/

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5 Kommentare leave one →
  1. 21. Juli 2011 10:06

    Interessant, oder vielleicht bezeichnend, dass „Berber“ in Neudeutsch einen Obdachlosen, einen Verdreckten, einen Besoffenen bezeichnet…..

    • andreasfecke permalink
      21. Juli 2011 16:11

      Übrigens hatten die Berber vor 1500 Jahren etwa ihren Eroberungsfeldzug bis weit in den Norden (damals hüpften wir noch von Ast zu Ast) hinein getrieben. 😉
      Drei Berber sind übrig geblieben: hibou und andreas und hermanitou.

  2. 21. Juli 2011 19:27

    Ich finde es reichlich einäugig, wenn man in der Absetzung von Muammar Gaddafi nur Positives zu sehen bereit ist. Ich spiele deshalb wieder mal den advocatus diaboli, um kontrapunktisch die konsequent ausgeblendete aber ebenso mögliche Schattenseite und zweite Hälfte der Medaille mit einer einzigen Frage zu zeigen.

    Wer steckt hinter dieser sogenannten „Demokratiebewegung“, die einer sicherlich nicht schlecht ausgestatteten libyschen Armee Paroli bieten kann?

    Wäre diese Frage klar zu beantworten, wäre es ein Kinderspiel Stellung zu beziehen. Klar ist nur, dass nichts klar ist. So sehr ich im Blog „Columbus` Nebelfahrt“ bei ankerfähigem Boden, also nach hinreichender Faktenlage in puncto Homöopathie Columbus zum klaren Stellungbeziehen, also zum Ankersetzen aufforderte, so wenig ist es in tiefen Gewässern, sozusagen über diesem Marianengraben der Weltgeschichte möglich einen Anker einfach auszuwerfen.

    In der Liste der Meerestiefs wären z.B. zu nennen die LIFG (Libyan Islamic Fighting Group), eine Organisation, die 1995 von Mudschaheddinveteranen gegründet worden war mit dem Ziel das Regime Gaddafis zu stürzen. Auf der Terrorliste der UN stand diese Organisation bereits seit 2001. Die LIFG spielt eine maßgebliche Rolle in diesem „Freiheitskampf“.

    Die wichtigste Oppositionsgruppe ist jedoch die NFSL (National Front for Salvation of Libya). Sie steht für extrem konservativen Islam. Die NFSL hatte z.B. just an dem Tag, an dem sich die von islamischen Kräften getragenen Proteste gegen die Mohammed-Karikaturen zum fünften Mal jährten, zu einem „Tag des Zorns“ aufgerufen. Die Proteste 2006 waren vom „Antichrist“ und Feind Nummer Eins“ des Islam, Muammar Gaddafi, damals gewaltsam niedergeschlagen worden. Die „Vorkämpfer der Demokratie“ der NFSL begründen ihren Widerstand gegen Gaddafi ausschließlich religiös!

    Schließlich ist auch „Tandhim Qaidat al-Dschihad“, besser unter „Al-Kaida“ bekannt, mit von der Partie. Angesichts solcher Demokraten braucht man keine Islamisten mehr zu fürchten. Ein Widerstand gegen Gaddafis Armee wäre bei Beteiligung derart kriegserfahrener und kampferprobter Organisationen für mich jedenfalls leichter verständlich. Eine Unterstützung derartiger Truppen würde sich selbsterklärend ausschließen.

    Zumindest sollte man mit einem rosa gefärbten Urteil zurückhaltend sein bis sich hoffentlich herausstellt, dass ich irre.

    Nichts für ungut für den Gegenwind, LL

  3. 21. Juli 2011 22:18

    Heute erfuhr ich, dass die libyschen „Rebellen“ mit schweizer Munition schiessen. Ok, Gaddafi hat auch Waffen von überall her. Aber eben. Was wird das Ergebnis all der arabischen Revolutionen sein? Es ist jedenfalls alles net so einfach, gell?

  4. 22. Juli 2011 07:28

    Man müsste mal über die Staemme forschen. Sind Staemme nicht was uraltes? Hier bei uns die kurdischen Türken haben noch viel Stammeskultur. Halt in einer haltlosen Zeit? Müssen wir nicht lernen, ohne Halt auszukommen, ohne den Schutz der Familie, des Stammes, der Ethnie? Ist wohl schwer, aber es muss sein.

    Da fallen mir die Kurden im Nordirak ein. Sorry, leicht vom Thema ab. Die waren sehr erfreut über die Abspaltung des Südsudan. Sie wollen ja auch los vom Gesamtstaat.

    Wir leben hier auch irgendwie im Krieg (Bürgerkrieg, seit einer Generation). Wenn im fernen Hindukusch mal ein deutscher Soldat „faellt“, mann, da is was los! Aber hier inzwischen zehntausende.

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