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Erster islamistischer Offenbarungseid – Gotteskrieger betteln um internationale Hilfe (Somalia)

12. Juli 2011
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Die sich Al-Quaida zugehörig erklärenden Shebab-Djihadisten haben in den letzten Jahren maßgeblich dazu beigetragen, diesem (aus westlicher und normalmenschlicher Sicht unregierbaren Land in Nord-Ostafrika) jenen Wüstencharkter zu bescheren, den die eigene und internationale Vorgeschichte noch nicht zustande gebracht hatte. Weitteils beherrschen sie quasi das Land und oktroyieren ihr Credo. Gut 30 Berichte oder mehr dazu seit Oktober 2009 sind hier in meinem Afrikablog nachzulesen – die Kürze dieses Beitrages gebietet mir, hier keine Aufzählung zu veranstalten.

Heute leben 25% der Somalier im Exil, fast alle davon im Exil in anderen afrikanischen Ländern, die ebenfalls -gelinde gesagt – mit Armutsproblemen zu kämpfen haben. Die aktuelle, klimatisch bedingte, sehr gravierende Hungerkrise rund um das Horn von Afrika bescherte vergangene Woche je nach Interpretation eine islamistische „Politikwende“, eine „Einladung zu helfen“, ein „Betteln“ oder einen Offenbarungseid:

Innerhalb der letzten Jahre vertrieben diese Shebab-Islamisten vermittels einer Mischung aus propagandistischen Angriffen und gandenlosen Raubzügen auf Lebensmittellieferungen und – lieferern alle humanitären Organisationen, schließlich das World-Food-Program der UNO aus dem Land: „anti-muslimisch“.

Letzte Woche lancierten sie einen Appell an internationale Institutionen und NGOs, zu intervenieren um die Katastrophe zu lindern.

Was ist dazu zu sagen? Angesichts des menschlichen Leids von über 10 Millionen Menschen in der Region , angesichts der langen Verwicklungsgeschichte des nördlichen Reichtums (Kolonialismus, Postkolonialismus, Klimaerwärmung) mit der dortigen Armut, einer oft auch mit „christlichen Werten“ begründeten Entwicklungsgeschichte, möchte ich an dieser Stelle schwarz-humorige Kommentare vermeiden. Es hilft ja niemandem weiter.

Aber:
Sogar solche kompromisslosen Verfechter einer göttlichen Wahrheit (und ich hoffe inständigst, das wird auch dementsprechende Protagonisten anderer Religionen oder andere Auserwählte treffen) scheinen – sei es auch zunächst nur aus taktischen Gründen – irgendwann einmal Bodenkontakt bekommen zu können. Sogar diese arabischen islamistischen Gotteskrieger können, bildlich gesagt, anscheinend Latein sprechen und können damit am Ende sein und es sogar noch zugeben.

Erinnerung:
auch wenn Völker so dermaßen dominiert werden, auch wenn sie die Kraft zum Diktatorensturz (Tunesien, Ägypten) nicht mehr oder noch nicht haben, spätestens „mit ihren Füssen!“ stimmem sie ab. 25% sind weg, nicht ins reiche Europa geflohen, sondern in die gleiche bittere Armut in Kenia und andere Länder: Hauptsache sicher sein, etwas zu essen und Wasser bekommen. Was sagt der Prophet Mahomet dazu?

Mein Wunsch:
Alle Seiten fragen sich „Womit sind wir definitiv am Ende?“.

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6 Kommentare leave one →
  1. andreasfecke permalink
    12. Juli 2011 12:42

    PS.:
    Meinem guten Freund (und hiesigem Mitautoren) hermanitou, dem Panzerknacker 😉 , möchte ich hier noch kurz folgenden Artikel vorschlagen:

    SOMALISCHE SHEBAB-REBELLEN GEHEN IN DEN JEMEN – Les shebab somaliens annoncent l’envoi de leurs „combattants“ au Yémen,
    http://afri-russ-archiv.blog.de/2010/01/02/somalische-shebab-rebellen-gehen-in-den-jemen-les-shebab-somaliens-annoncent-l-envoi-de-leurs-combattants-au-yemen-7680016/

    Kreise, die sich schliessen?

    Umso mehr kommt es auf eine globale, menschenorientierte Bürgerbewegung an, die Du ja schneller als ich unterstützt. Go on!

    • 20. Juli 2011 01:22

      Lieber Andreas,

      danke für Deinen Hinweis. Gerne gelesen und hochinteressant! Und zum Artikel hier: Klasse und mit Herz geschrieben.

      Beste Grüße
      Hermanitou

  2. 14. Juli 2011 23:46

    Bei dem schönen Film ‚Harald & Maud‘ sagte die Frau am Nebentisch: Genau DAS will ich auch! – Soviel zur Medizin.

    • 15. Juli 2011 00:15

      Könnte es sein, daß Du das hier meinst, Rainer?

      „Harold and Maude“ ist eher meine Abteilung.

      • 16. Juli 2011 12:07

        Das waren noch Zeiten! Danke YouTube!
        Und vor allem: Danke, sweetheart!

    • 16. Juli 2011 00:30

      Beide Filme, gern gesehen.

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