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Der geheime Masterplan der Bundesregierung

10. Juli 2011

Nun hat es endlich mal einer aus der Bundesregierung gesagt: Die 200 Leoparden werden in die Wüste geschickt. Genauer gesagt in den Jemen.

Kriegsminister De Maiziere bringt die Sache auf den Punkt:

„De Maizière sprach von einer strategisch wichtigen Lage Saudi-Arabiens. Das Land grenze an den Jemen, der „in großer Gefahr sei, ein fallender Staat zu werden – und der Terrororganisation Al-Kaida noch mehr Raum zu geben“. Daher liege es im westlichen Interesse, dass Saudi-Arabien seine stabilisierende Rolle in der Region weiter spielen könne.

Die Entscheidung über Rüstungslieferungen sei „zunächst eine sicherheitspolitische“, sagte der Minister. „Menschenrechtsüberlegungen müssen eine Rolle spielen, doch überwiegen die internationalen Sicherheitsinteressen.“ Rüstungslieferungen dienten „auch der Stabilisierung politischer Partner“. (aus Welt online)

Was kann klarer sein als ein Verteidigungsminister, der sich verteidigt. Vereidigt ist er auch, einen Schwur auf das Grundgesetz hat er abgelegt, in dem auf so seltsame Dinge verwiesen wird wie die Menschenrechte…

Zuerst kommt die Sicherheit, sprich, die Panzer rollen, von wahabitischen Heerführern geleitet, in den Jemen. Damit dort Zucht und Ordnung herrschen. Das saudi-arabische Königshaus, das als großer Förderer von Al Quaida gilt, soll dort dann Al Quaida bekämpfen. Den Teufel mit dem Beelzebub austreiben, nennt man so was wohl.

Alles klar? Hier ist der Masterplan der Bundesregierung:

  • Zuerst kommt die „Stabilisierung“ von Saudi-Arabien, damit dort weiter Hände abgehackt und Menschen gesteinigt werden können.
  • Dann kommt der Jemen dran, wo die bösen Jungs auf die anderen bösen Jungs schießen sollen. Mit deutschen Panzern.
  • Und dann kommen die Menschenrechte. Für deren Einhaltung  ist der Westerwelle zuständig. Die findet er allerdings nicht im Jemen, sondern in China (= Künstler) oder in Russland (= Multimilliardäre)

Und dann kommt hoffentlich die Abwahl dieser Regierung, die immer noch mehr Dreck am Stecken hat.

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3 Kommentare leave one →
  1. 10. Juli 2011 13:30

    Ich hoffe, dass das Thema Panzer für die Saudis – oder das Thema Waffenexport ganz allgemein – nicht in ein- zwei Tagen wieder in der Versenkung verschwindet. Wir sind weiter in grosser Gefahr: Deutschland ist der Welt drittgrösster Waffenexporteur. Und hatte es noch vor vielen Jahren um ein paar Spürpanzer maechtig Wirbel gegeben, wird über 200 (in Worten: zweihundert!) Leopard nicht eben Aufhebens gemacht. Die Gefahr heisst also, dass wir uns daran gewöhnen und immer matter daruf reagieren.
    Alles soll möglichst schnell und geheim ablaufen (was fürn Koffer in den Zeiten von Internet und Wikileaks), und, einmal angekommen, sollen die Gefaehrte vielleicht zu Kalaschnikoffs umgemalt werden, damit sie nicht als deutsche Tanks erkannt werden können?
    Die Begründung – nicht nur von De Maiziere – ist: naja, Saudi-Arabien ist ein wichtiger Verbündeter gegen den Iran. Wieder einmal Teufelsaustreibung mit Beelzebub? Und wer entscheidet dabei, wer von beiden der schlimme Finger ist? Die Saudis sollen die Guten sein, diejenigen, die mit Millionen Dollars und reichlich anderen Mitteln den Export von Wahabitismus und Salafismus in alle Welt betreiben? Und gleichzeitig will man gegen Gaddafi net an einem Feldzug teilnehmen? Ein Triumph der Logik. Ist es nicht vielmehr so, dass nun, wo die Bundeswehr notgedrungen abgerüstet wird, die Waffenlobby nach Geschaeften schreit? Auf diesem Ohr sind Merkel und Konsorten zum Glück nicht taub.

    Dass die USA Druck ausüben, will ich gerne glauben. Dass Israel dem Handel zugestimmt haben soll, ist bestimmt ein Gerücht – wenn nicht, sollte man Israel gegen sich selbst, bzw. gegen die Leute, die solches wollen, in Schutz nehmen.

  2. 12. Juli 2011 07:35

    Wohin flüchtete Jemens verwundeter Praesident Saleh? Nach Saudi-Arabien.
    Welches Exil waehlte Tunesiens geschasster Praesident Ben Ali? Saudi-Arabien.
    Wohin wird Mubarak bald gehen?

  3. 17. Juli 2011 07:10

    Merkel besucht Angola. Unterschrift der Bilder in den hiesigen Zeitungen: Merkel als Vertreterin der deutschen Waffenlobby.

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