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…, und die Menschenrechte.

28. Juni 2011

Berlin: Die Hauptstadt der Erwähnungen. Der Nebenerwähnungen. Der Nebensätze. Der Nebenbei-mal-kurz-angesprochen-Politik.  Hauptstadt des Cash-Flow, der Geschäfte, der Wirtschaft mit dem Salz, das das Ganze so moralisch und gut macht:“ ….und denken sie auch an die Menschenrechte.“

 

 

Der propere Westerwelle, der in jedem Edgar-Wallace-Film den Kinsky als Widerling vom Dienst ersetzen könnte, bringts in den heutigen Nachrichten auf den Punkt: Geschäfte machen und die Meschenrechte erwähnen. Dann klingelts im Beutel, der Deal wird abgeschlossen und – aus den Augen aus dem Sinn – dann darf in China, Korea, Singapur, Nigeria, Iran etcetera weiter eingesperrt, ausgepeitscht, gefoltert und todesgestraft werden. Wen juckts – bis zum nächsten Staatsbesuch wird jede Menge Gewinn gemacht werden.

 

 

Und aus Merkels Kreisen verlautet anläßlich des Besuchs des chinesischen Staatsoberhaupts ebenfalls, daß sie natürlich irgendwie die Menschenrechte ansprechen werde. Es sei noch nicht entschieden, ob sie dies leise, im Vier-Augen-Gespräch, dem Chinamann ins Ohr flüstert oder beim Staatsbankett zwischen zwei Schluck Champagner zur Sprache bringt oder dies gar öffentlich vor einem Mikrofon erwähnt.

So ein Nebensatz will halt gut platziert sein.

Er soll ja niemand beleidigen. Es ist halt ein Pflichtnebensatz. Gehört zur deutschen Politik und ist das Öl, das die Geschäfte geschmeidig schmiert.

„Ja … und die Menschenrechte?“

„Die wurden doch erwähnt, Sie alter Nörgler. Setzen Sie sich und halten Sie Ihr freches Maul!!!“

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4 Kommentare leave one →
  1. 28. Juni 2011 23:52

    Die Wirtschaft wedelt und winkt der Außenwirtschaft mit dem Schwanz „Politik“. Ein ‚Primat der Politik‘ wäre gleichbedeutend mit dem Untergang der kapitalistischen Gesellschaftsform. Politik, der Kopf der kritischen Leidenschaft, muß also erst noch werden.

    • andreasfecke permalink
      30. Juni 2011 19:47

      Danke, grandios gesagt. Ich habe mir erlaubt, daraus bei mir das „Zitat des Jahres“ zu machen, natürlich inklusive Urheberhinweisen …. 😉 ….
      http://andreassozpol.blog.de/2011/06/30/merkel-china-wirtschaft-menschenrechte-aussenpolitik-beruehmte-primat-politik-zitat-jahres-11402524/

      • 1. Juli 2011 00:41

        Ach, Andreas, „Zitat des Jahrhunderts“ hätte es auch getan … Grüüüßeee! Ebenso mit der Symbolik der Sympathie 😉

        • andreasfecke permalink
          1. Juli 2011 09:54

          Ach, Rainer,

          Jahrhunderte vergehen doch im Fluge, ohne dass wir etwas davon mitnehmen. Ein Jahr aber nur, vielleicht ist das jetzt?

          Als alter Bildungsbürger ( => satt, => Mittelschicht) zitiere ich hier doch glatt noch mal unseren ewigen Sokrates:

          Zitat im Internet geklaut, von Koch-Mehrin lernen heisst siegen lernen!

          „(3) DE RATIO HUMANA

          Utinam die donum hoc divinum rationis et consilii hominibus ne dedissent,
          Wenn doch die Götter den Menschen nicht die göttliche Gabe von Verstand und Vernunft gegeben hätten,

          quod pauci bene, multi autem improbe adhibent!
          welches nur wenige gut, viele aber in verbrecherischer Weise anwenden!

          Quid potius hominibus die dedissent, si eis nocere voluissent?
          Was hätten die Götter den Menschen eher gegeben, wenn sie ihnen hätten schaden wollen?“

          Reichtum und Macht oder satte Mägen.

          Ächz, sie haben gewonnen, die Götter,

          aber noch leben wir!

          amicitiae,

          Andreus

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