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Die Muslimbrüder und die „ägyptische Revolution“

16. Februar 2011

Die Muslimbruderschaft wurde 1928 von Hasan al-Banna (1906-1949) und sechs Arbeitern der Suez Canal Company in Ägypten während der kulturell, politisch und sozial aufgewühlten Phase der Weltwirtschaftskrise gegründet. Mit der Idee des kriegerischen Djihad und der Todessehnsucht als Leitideal des Märtyrers war damit der islamische Fundamentalismus der Neuzeit geboren. Die Djihad-Bewegung der Muslimbrüder nahm fast ausschließlich den Zionismus und die Juden in ihr Visier. Zur Massenorganisation wurden die Muslimbrüder nicht als antikoloniale, sondern als antijüdische Bewegung.

1936 zählten die Muslimbrüder 800, 1938 waren es 200.000 und im Jahre 2010 alleine in Ägypten rund eine Million aktive Mitglieder, sowie weitere Millionen an Sympathisanten. Politisch forderte die streng nach dem Führerprinzip ausgerichtete Organisation, neben der Unterwerfung der islamischen Frau, die Abschaffung aller Parteien, die Schaffung einer Staatsordnung auf Basis von Scharia und Kalifat, die Abschaffung von Zins und Profit zugunsten einer diktatorisch durchgesetzten Interessengemeinschaft von Arbeit und Kapital, da nach Ansicht der Muslimbrüder Finanz- und Zinskapital die Ursache allen Übels ist. Neben der Abschaffung der Börse sollen die Banken laut Muslimbruderschaft nationalisiert werden. Weitere Punkte waren: Landreform durch Enteignung der Großgrundbesitzer sowie die schnellstmögliche Industrialisierung mit Schwerpunkt auf die Kriegsindustrie sowie autark belieferbare Industriezweige. Alle sinnlichen und „materialistischen“ Versuchungen der kapitalistischen und kommunistischen Welt sind für die Muslimbrüder Werke des “Bösen“. Die Muslimbrüder waren und sind zu fast 100 Prozent ein Männerbund. Die bedeutendste Neuerung der Bruderschaft war die Auslegung des Korans. Im Mittelpunkt dieser Auslegung stand das Konzept des Djihad als heiliger Krieg und damit verbunden die Sehnsucht im Krieg gegen die Ungläubigen als Märtyrer zu sterben. Der Antisemitismus der Muslimbrüder speiste und speist sich nicht nur aus europäischen, sondern zugleich aus spezifisch islamischen Einflüssen. Palästina gilt den Islamisten als muslimisches Einflussgebiet, in welchem Juden kein einziges Dorf, geschweige denn einen Staat beherrschen dürften

Sayyid Qutb (1906-1966), trat 1951 der Muslimbruderschaft bei. Er gilt als einer der wichtigsten islamistischen Denker des 20. Jahrhunderts. „Sein Essay „Unser Kampf mit den Juden“, der nach 1967 millionenfache Verbreitung fand und bis heute findet, macht die Juden für den weltweiten moralischen und sexuellen Verfall verantwortlich: „Hinter der Doktrin des atheistischen Materialismus steckte ein Jude; hinter der Doktrin der animalistischen Sexualität steckte ein Jude; und hinter der Zerstörung der Familie und der Erschütterung der heiligen gesellschaftlichen Beziehungen steckte ebenfalls ein Jude.“ Sayyid Qutb erklärte Palästina zum heiligen islamische Gebiet (Dar al-Islam) und Israels Vernichtung zu einer religiösen Pflicht. Juden sind in Anlehnung an Koranverse nach Sayyid Qutb als „Schweine“ und „Affen“ verächtlich zu machen und er bot als wissenschaftliche Erkenntnis die Behauptung feil, dass das Verzehren von nicht-jüdischem Blut ein religiöser Ritus der Juden sei. Die größten Opfer dieser islamistischen Wendung waren die Muslime selbst. Mit dem „Kampf gegen die „Verderber“ ist die Unterdrückung eigener sinnlicher Bedürfnisse gemeint und mit der Rückkehr zu den „heiligen gesellschaftlichen Beziehungen“ die „Unterjochung der Frau“

Nach dem 2. Weltkrieg kündigte sich die Verschiebung des antisemitischen Zentrums von Deutschland in die arabische Welt an. Im November 1945 verübten die Muslimbrüder in Kairo und Alexandria die größten antijüdischen Pogrome in der Geschichte Ägyptens. Demonstranten fielen aus Anlass des Jahrestages der Balfour-Erklärung in das jüdische Viertel Kairos ein, plünderten dort Häuser und Geschäfte, griffen Nicht-Muslime an, verwüsteten die Synagogen und steckten sie in Brand. 1946 sorgten die Muslimbrüder dafür, dass der als Kriegsverbrecher gesuchte Freund von Heinrich Himmler, Amin el-Husseini, in Ägypten Exil und eine neue politische Wirkungsstätte erhielt. Scharenweise strömten nunmehr die in Europa gesuchten Nazis in die arabische Welt. Massenhaft wurden in den folgenden Jahrzehnten die „Protokolle der Weisen von Zion“ von zwei ehemaligen Mitgliedern der Muslimbruderschaft, Gambal Abdel Nasser und Anwar as-Sadat, verbreitet und unterstützt. Die Muslimbrüder unterstützten den Staatsstreich 1952 gegen König Faruq. Nach Spannungen mit der neuen Regierung ließ Nassar die Bruderschaft in Ägypten verbieten. Sayyid Qutb wurde zu einer hohen Gefängnisstrafe verurteilt. Später wurde er wegen seiner Aktivitäten zum Tod verurteilt und 1966 hingerichtet. Nassers Politik mit Hinwendung zu Antisemitismus, Nationalismus und  islamischem Fundamentalismus scheiterte spätestens nach dem Sechstagekrieg. Sadat griff die religiöse Wende seines Vorgängers auf und radikalisierte sie bis er der von ihm geförderten Bewegung zum Opfer fiel. Anwar as-Sadat hob das Verbot gegen die Muslimbrüder zwar nicht auf aber der duldete ihre Aktivitäten. Sadat wurde 1981 nach seiner Politik der Aussöhnung mit Israel von islamistischen Attentätern ermordet. Die erhoffte islamische Volksrevolution jedoch blieb aus, Nachfolger Sadats wurde dessen Stellvertreter Husni Mubarak.

Die 1988 verabschiedete Charta der Muslimbrüder von Palästina (Hamas) stellt ein wichtiges Dokument des Islamismus in der Gegenwart dar. Die aus der Muslimbruderschaft hervorgegangene  Hamas begreift sich in ihrer Charta als „universalistische Bewegung“, deren Djihad von den Muslimen in allen Teilen der Welt zu unterstützen sei. Dementsprechend wird als Gegner nicht allein Israel ausgemacht, sondern der „Welt-Zionismus“ ergo: das „Weltjudentum“. Auszüge aus der Charta der Hamas: “Die Charta Gottes: Plattform der Islamischen Widerstandsbewegung (Hamas) Artikel 1: Die Islamische Widerstandsbewegung entnimmt ihre Richtlinien dem Islam: Auf ihn gründet sie ihr Denken, ihre Interpretationen und Vorstellungen über die Existenz, das Leben und die Menschheit. Aus ihm leitet sie ihr Verhalten ab, von ihm lässt sie sich bei allem was sie tut inspirieren. Artikel 2: Die Islamische Widerstandsbewegung ist ein Flügel der Muslimbrrüder in Palästina. Die Muslimbruderschaft ist eine weltweite Organisation und die größte islamische Bewegung der Neuzeit. (…) Artikel 6: Die Islamische Widerstandsbewegung ist eine eigenständige palästinensische Bewegung, (…), die dafür kämpft, dass das Banner Allahs über jeden Zentimeter von Palästina aufgepflanzt wird. (…) Artikel 7: Weil Muslime, die die Sache der Hamas verfolgen und für ihren Sieg kämpfen (…), überall auf der Erde verbreitet sind, ist die Islamistische Widerstandsbewegung eine universelle Bewegung. (…) Hamas ist eines der Glieder in der Kette des Djihad, die sich der zionistischen Invasion entgegenstellt. Dieser Djihad verbindet sich mit dem Impuls des Märtyrers Izz a-din al-Quassam und seinen Brüdern in der Muslimbruderschaft, die den Heiligen Krieg von 1936 führten; er ist darüber hinaus (…) mit dem Djihad der Muslimbrüder während des Kriegs von 1948 verbunden, wie auch mit den Djihad-Operationen der Muslimbrüder von 1968 und danach. (…) Der Prophet – Andacht und Frieden Allahs sei mit ihm, – erklärte: Die Zeit wird nicht anbrechen, bevor nicht die Muslime die Juden bekämpfen und sie töten; bevor sich nicht die Juden hinter Felsen und Bäumen verstecken, welche ausrufen: Oh Muslim! Da ist ein Jude, der sich hinter mir versteckt; komm und töte ihn! (…) Artikel 13: Ansätze zum Frieden, die sogenannten friedlichen Lösungen und die internationalen Konferenzen zur Lösung der Palästinafrage stehen sämtlichst im Widerspruch zu den Auffassungen der Islamischen Widerstandsbewegung. Denn auf irgendeinen Teil Palästinas zu verzichten bedeutet, auf einen Teil der Religion zu verzichten; der Nationalismus der Islamischen Widerstandsbewegung ist Bestandteil ihres Glaubens. (…) Für die Palästina-Frage gibt es keine andere Lösung als den Djihad. Die Initiativen, Vorschläge und internationalen Konferenzen sind reine Zeitverschwendung und eine Praxis der Sinnlosigkeit. Das palästinensische Volk aber ist zu edel, um seine Zukunft, seine Rechte und sein Schicksal einem sinnlosen Spiel zu unterwerfen.“

Seit den 80er Jahren zersplitterten die nationalen Ableger der Muslimbruderschaft ihrerseits in Fraktionen, deren extreme Gewaltorientierung sich auch aktuell in Terrorakten auch gegen die eigene Zivilbevölkerung richtet. So gingen aus dem bewaffneten Arm der algerischen FIS, der „Islamischen Armee der Errettung“ (AIS), zunächst die „Islamische Bewaffnete Gruppe“ (GIA) und später die „Salafitische Gruppe für Predigt und Kampf“ (GSPC) hervor, die für jahrelanges Morden in Algerien verantwortlich ist. Auch die Muslimbrüder in Palästina, die „Bewegung des islamischen Widerstands“, geläufiger als HAMAS, und ihr kämpfender Flügel, die „Izz ad-Din al-Qassam-Brigaden“, sind für ihre brutale Gewalt besonders durch Selbstmordattentate gegen Zivilisten berüchtigt. Am 1. Juni 2001 riss ein Hamas-Angehöriger 21 Jugendliche vor einer Diskothek bei Tel Aviv mit in den Tod. Am 9. August 2001 sprengte sich ein weiterer Islamist in der überfüllten Pizzeria Sabbaro in Jerusalem in die Luft und tötete 16 Gäste. Dies sind nur zwei Beispiele von unzähligen Aktionen der „Muslimbrüder von Palästina“. Der Hamas-Abgeordnete des palästinensischen Legislativrats Fathi Hamad meinte im Jahre 2008, dass Frauen und Kinder im Kampf gegen Israel als menschliche Schutzschilde eingesetzt werden. Er beschrieb dies als Teil der „Todesindustrie“, in der sich die Palästinenser auszeichneten, und erklärte, das die Palästinenser den Tod mit der gleichen Intensität „ersehnen“ würden wie die Israelis „das Leben“. „Für das palästinensische Volk ist der Tod eine Industrie geworden, in der Frauen und überhaupt alle Menschen in diesem Land hervorstechen: die Alten stechen hervor, die Jihad-Kämpfer stechen hervor, und die Kinder stechen hervor. Demgemäß haben die Palästinenser einen menschlichen Schild von Frauen, Kindern, Alten und Jihad-Kämpfern gegen die zionistische Bombenmaschine geschaffen, als ob sie zum zionistischen Feind sagen würden: Wir ersehnen den Tod so wie ihr das Leben ersehnt.“  Der Kampfruf der Hamas:“ Ihr liebt das Leben, wir lieben den Tod“,  ist also ein Hinweis auf und Ausdruck für den nekrophilen Charakter, der von allem Toten, Unlebendigen fasziniert ist. Osama bin Laden und die Todespiloten des 11. September 2001 waren Muslimbrüder. Attas obsessiver Judenhass war augenfällig ein Hauptmotiv für die Massaker in Washington und New York.

Angeblich unterliegt die Muslimbruderschaft einer Transformation, während ältere Mitglieder nach wie vor einen Gottesstaat fordern, wollen einige junge Vertreter die Einführung einer Demokratie mit islamischen Elementen. Sehr optimistisch meint der ehemalige Muslimbruder und heutige Ex-Muslim Hamed Abdel-Samad, es seien auf den Demonstrationen die Muslimbrüder klar in der Minderheit und würden „von allen Bürgern sofort zurechtgewiesen, wenn sie ihre Parolen rufen“. Mittlerweile gebe es „eine neue Generation, die überhaupt nichts mit den Islamisten zu tun haben möchte“, sondern nach „Veränderung, Demokratie, Freiheit und Wohlstand“ strebe.  Im Gegensatz zu Abdel-Samads Aussage stehen folgende Umfragezahlen aus Ägypten: Im Jahre 2010 fanden 49% der Ägypter die Hamas gut und 20% haben Sympathien für El Kaida, 95% sprechen sich für eine starke Rolle des Islams in der Politik aus, 85% der Ägypter beschreiben den Einfluss des Islam auf die Politik als positiv, 90% der Ägypter hegen eine tiefe Abneigung gegen Israel, 27% sehen einen Kampf zwischen Modernisten und Fundamentalisten in ihrer Gesellschaft  und von diesen sympathisierten 59% mit den Fundamentalisten und nur 27% mit den Modernisten.  Die Bewegung der Muslimbrüder ist vor allem populär, weil sie mit ihren sozialen Einrichtungen dort hilft, wo der ägyptische Staat seine Bewohner alleine lässt. Die Muslimbrüder sind extrem aktiv, sie dominieren zahlreiche Berufsvereinigungen und Studentenvertretungen. In den Wahlen 2005 bekamen inoffizielle Kandidaten der Muslimbrüder 88 der 455 Mandate. Immer wieder versuchten sie, kritische Aussprachen im Parlament über die Politik des Regimes und der Regierungspartei von Hosni Mubarak herbeizuführen. Außerdem haben sie sich auch in Fragen der ägyptischen Kommunal- und Wirtschaftspolitik eingearbeitet.  Die Ereignisse um den Sturz Mubaraks zeigen, dass die islamische Welt eben nicht am israelisch-palästinensischen Konflikt krankt, sondern an Unterdrückung, Terror, Armut, Arbeitslosigkeit, sozialer Ungerechtigkeit und Gewalt. Schon deshalb führt an der Demokratisierung der islamischen Welt im Nahen Osten kein Weg vorbei. Infolgedessen galt und gilt es, die Regime unter Druck zu setzen, um längst überfällige Reformen, eine unabhängige Justiz, Meinungsfreiheit, Opposition, schließlich demokratische Wahlen zuzulassen. Ägypten unterliegt wie fast alle Länder der Welt den kapitalistischen Gesetzen. Eine schnelle und nachhaltige Lösung der sozialen Probleme wird die kommende Regierung, nicht aus dem Hut zaubern können. Eine gerechtere Verteilung des ägyptischen Reichtums wird auf Widerstand treffen. Egal ob es nun eine Militärregierung oder eine demokratisch gewählte Regierung sein wird. Wie eine verarmte, perspektivlose, seit 80 Jahren religiös indoktrinierte Bevölkerung dann reagieren wird, wenn gut organisierte religiöse Fanatiker die Schuld für diesen Zustand in „Predigten“ dem „Sündenbock“ Israel zuschieben werden, ist voraussehbar. Ägypten, das mit seinen Muslimbrüdern den Djihadismus hervorbrachte ist auch in den letzten 50 Jahren das Zentrum des sunnitischen Islamismus geblieben Mit kurzen Unterbrechungen gewann der Islamismus in Ägypten beständig an Gewicht. Die Frage, ob die materielle Notlage die die verarmten Massen in die Arme der Islamisten treibt ist differenziert zu beantworten. Die Radikalisierung des Islam ist weniger eine Folge von Armut und Perspektivlosigkeit als vielmehr eine ihrer Ursachen. Wie in den meisten arabischen Staaten ist die Stärke des Islamismus auf die Eigenlogik des kapitalistischen Weltmarktes zurückzuführen. Ohne den politisch/religiös begründeten Boykott gegenüber Israel stünde die arabische Welt in wirtschaftlicher Hinsicht heute sehr viel besser da. Ägypten stand Anfang der 90er Jahre auf einer höheren Stufe als beispielsweise Polen, Südafrika oder die Türkei. Nach 1999, nach dem Höhepunkt des Islamismus setzte ein rapider Abschwung ein. Armut mag für die Ausbreitung der islamistischen Ideologie förderlich sein, die alleinige Ursache ist sie nicht.

Die Muslimbrüder und alle durch den Iran unterstützten religiös fundamentalistischen Kräfte, werden in Ägypten auf ihre Chance warten, um dann die Macht zu übernehmen. Die USA, Europa und Rußland sollten, auch aus eigenem Interesse (siehe 9/11, Madrid, London, Beslan), die säkularen, demokratischen Kräfte in Ägypten unterstützen. Die Ausrede von 1979, dass eine „kommunistische Gefahr“ drohe ist obsolet. Die Situation 1979 im Iran war eine völlig andere als die heutige in Ägypten. Damals existierten noch die Sowjetunion und das Ost-West-Blockdenken. Der „kalte Frieden“ mit Israel beinhaltete unter Mubaraks Regierungszeit offenen Antisemitismus in ägyptischen Schulbüchern und staatlichen Medien. Die Chancen für eine nachhaltige Verbesserung der Verhältnisse in Ägypten sind durch den Sturz Mubaraks gegeben. Wer diesen Machtkampf gewinnen wird ist noch offen.  Die traditionell guten Beziehungen Deutschlands mit den arabischen Ländern waren und  sind interessant für die deutsche Exportindustrie. Deutsche Regierungen sprachen und sprechen in „Sonntagsreden“ von Menschenrechtsverletzungen im Iran („Kritischer Dialog“) oder Ägypten. Relevant war und ist immer noch die Exportrate in diese Länder. Der „Westen“ muss sich zwischen religiösem Fundamentalismus und säkularer Demokratiebewegung entscheiden, wobei die säkular orientierten Menschen in der Minderheit sein dürften. Wegen den leidvollen Erfahrungen aus der Vergangenheit, bezüglich westlicher Politik im Nahen Osten, ist zu befürchten, dass diese eigentlich einfache Entscheidung den Merkels, Westerwelles und der „Deutsch-Arabischen Industrie- und Handelskammer“ schwer fallen könnte.

Quelle: Matthias Küntzel – Djihad und Judenhaß

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7 Kommentare leave one →
  1. 28. Februar 2011 10:54

    Hierzu ma ne Quelle (ich schreib schon wie Rahab :-)):
    http://www.heise.de/tp/r4/artikel/34/34257/1.html
    Interessanterweise wurde die Muslimbruderschaft schon sehr früh (in den 50ern) gegen „die Kommunisten“ instrumentalisiert. Und zwar vom CIA. Haben die nie das Gefühl gehabt, dass der Islamist für sie selbst auch gefaehrlich werden könnte?

    • 28. Februar 2011 17:22

      Das ist ja wirklich eine wiederholte Figur: ‚Der (politische) Westen‘ installiert die diktatorischen Figuren, die ihm dann selbst oder durch Revolutionsbesen gefährlich werden. Hinterher hat er – der idealreiche Westen mit der realpolitischen Schere zwischen arm und reich – von nichts gewußt und geht mit gleichem Schritt in den Hinterhöfen weiter. „Wer nicht über den Kapitalismus sprechen will …“!

  2. 28. Februar 2011 12:12

    Hibouh, Stefan Frank schreibt in der neuesten Konkret: „Die Muslimbruderschaft äußert sich schon jetzt radikaler als Khomeini vor seiner Machtübernahme!“

    Die USA mit ihrem sturen Antikommunismus (z.B. Afghanistan- Mudjahedin, Iran- Khomeini), waren zu blind für weitsichtige Politik. Jürgen Trittin meine kürzlich, völlig vertrottelt und verharmlosend auf „Phönix“, die Muslimbrüder wären eine Art Mittelstandspartei, ähnlich wie in Bayern die CSU. Große Teile der Grünen waren es auch, die 1979/80 und später, die „Revolution“ von Khomeini im Iran begrüßt haben. Linke, Kommunisten und Tudeh-Mitglieder waren die ersten Opfer im Gottesstaat Iran. Tausende wurden gefoltert, ermordet oder hingerichtet. Daher ist speziell die Kumpanei vieler „Linken“ mit Muslimbrüdern und anderen Islamisten hierzulande nicht nachvollziehbar. Ich kann mir diese Kumpanei nur mit einer fortgeschrittenen Debilität erklären. Von der sogenannten „Freitags-Community“ will ich in dem Zusammenhang gar nicht reden. Dagegen erscheint mir Jürgen Trittin weise.

  3. 28. Februar 2011 16:34

    Gestern is ja hierzulande Necmettin Erbakan, wie bereits gesagt wird „der erste islamistische Premier des Landes“, gestorben. Extra, um am Begraebnis seines Mentors teilnehmen zu können, hat Erdoğan seinen Deutschlandbesuch verkürzt. Auch der Chef der „Hamas“ wird morgen nach Ankara kommen. Bestimmt wird ja auch Praesident Gül, der Erbakan begnadigt hat (er war zu zwei Jahren und einigen Monaten wegen des verschwindens von Millionen Parteigeldern verurteilt worden)(Helmut Kohl und Otto Graf Lambsdorff werden die Ohren klingeln), von der Partie sein?

    (Was für die Muslimbrüder gilt, gilt m.E. für die Hamas auch)

    • 28. Februar 2011 16:39

      „Die Bewegung der Muslimbrüder ist vor allem populär, weil sie mit ihren sozialen Einrichtungen dort hilft, wo der ägyptische Staat seine Bewohner alleine lässt.“

      „Die AKP ist vor allem populär, weil sie mit Kühlschraenken und Sofas dort hilft, wo der türkische Staat seine Bewohner alleine laesst…“

      • 28. Februar 2011 17:28

        Ja, die scheinbar zurechenbare Hilfe im konkreten Moment läßt längerfristiges Denken aussetzen. – Hier geht es wirklich um die Frage, von wem man überhaupt Hilfe annehmen will. Und ob das Hilfsangebot überhaupt eines ist, das den Namen verdient, oder ob der alleinige Zweck die Taktik fürs Herrschaftsinteresse ist.

    • 28. Februar 2011 18:15

      Im Gazastreifen wurde die Muslimbruderschaft Anfang der 70er Jahre aufgebaut. Aus der Muslimbruderschaft ging die Hamas mit ihren Qassam-Brigaden hervor. Die Hamas ist also sozusagen eine Unterabteilung der Muslimbruderschaft. Was für die Muslimbrüder gilt, gilt für die Hamas erst recht.

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