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Major Tschitscherin und das Siebenstromland

1. April 2021

Ein etwas phantastischer Blog mit (verbotenen) Allusionen auf Freitags-Community-Mitglieder…

…welcher mal wieder bei Marco in Turgutreis beginnt (Aber halt: muss erst Maike Hank fragen, ob ich Namen erwähnen darf, wenn nicht, müsst ihr mich halt sperren und dann sehen, wer über Pynchon schreibt…. ) (Da fällt mir ne Story zu Maike ein: darf ich? Sie hatte jüngst Besuch von ihrem Onkel Tom Hanks aus den Staaten. Dieser war (er hat Flugangst) mit dem Ozeandampfer “Jakob Augstein” gekommen, hatte sich aber zu weit über die Reling gebeugt und dabei aus seinem Namen ein “s” verloren…. Inzwischen hat er es gottseidank auf der Rückreise wiedergefunden (naja, GPS))

Also ich sitze bei Marco und denke über die jüngste Pynchon’sche Phantasmagorie nach. Die Sonne scheint sehr warm, aus dem Lautsprecher tönt ein Weihnachtslied, aber in der Form einer schottischen Quadrille mit Dudelsack: O Jesu parvule-he-he, nach dir ist mir so we-he-he! (Christian Berlin!) Wirklich ein wunderbares Buch!! Eben dieses Lied kam ja auch schon im ersten Kapitel vor! Aus den Augenwinkeln lese ich – mit ungelenken Grossbuchstaben rosa auf eine schwarze Tafel geschrieben:

MARCOS

BREAKFAST

MAİN MEALS

SNACKS

DRINKS

BEER

WINES

(und denke – na logo, an weinsztein)

Also hier ein Überblick über die Chose (Seiten 529-562)

Der Mann mit dem vogelzwitscherigen Namen Tschitscherin und dem Vornamen Wjatscheslaw ist der feste Freund Gelis und der mythische Halbbruder Enzians. Ich habe ihn kurzerhand befördert, obwohl er eigentlich Hauptmann ist. Vor all diesen Verschlingungen finden wir ihn in einer Bärenecke drunten im Siebenstromland (obs da auch Pandabären gibt, poor?)

Das Siebenstromland kasach. Жетысу/Schetysu, kirgis. Джетисуу/Dschetisuu; (russ. Семиречье/Semiretschje) ist eine Landschaft in Zentralasien.

Es ist eine von den Bergketten des nördlichen Tianshan und des Dsungarischen Alataus zum Balchasch-, Sassykköl– und Alaköl-See geneigte Abdachungsebene. Sie ist benannt nach den sieben Hauptflüssen Ili, Qaratal, Bien, Aksu, LepsyBaskan und Sarkand.

Politisch gehört das Siebenstromland heute größtenteils zu Kasachstan, die südlichen und südöstlichen Randgebiete zu Kirgisistan und der chinesischen Autonomen Region Xinjiang.

An das südliche Flachufer des Balchaschsees schließen sich breite Sandwüsten (TaukumSary-ischikotrauLjukkum) an, die von zahlreichen Trockentälern (Bakanas) durchzogen sind. Das im Wesentlichen mit Wüstenvegetation bedeckte Siebenstromland wird als Winterweide genutzt, nur im Nordwesten, im Bereich des wasserreichen Ili, wird Bewässerungsfeldbau betrieben. Die Vorgebirge sind bis in 2.000 Meter Höhe von lichtem Laubwald, darüber von Nadelwald bedeckt.

Wegen des Namens etwas zur Zahl sieben: Sowohl Rom als auch İstanbul sind auf sieben Hügeln erbaut. Städte, die etwas auf sich halten, legen sich deshalb diesen Mythos auch zu (zum Beispiel Amman, Alien59!)). Sieben Strassen (also lange nicht alle) führen nach Rom. Sieben Tage hat die Woche. Die sieben Schwaben und ihre unglücklichen Streiche kommen zwar aus der Sage, leben aber bis heute fort. Der Siebenschläfer steht sehr spät erst auf. Die Alten kannten sieben Planeten. Ein besonders listiger, kühner und mutiger Mensch ist in der Schweiz ein „Siebensiech“ (Dem Ausdruck haftet Bewunderung an).

Aber sieben Flüsse? Für mich was neues. Sie münden alle in den abflusslosen Balkasch-See. Trotz des reichlichen Wassers aus den hohen Bergen ist das Siebenstromland fast Wüste, bestenfalls Weideland. Eine wunderbare Umgebung für, na, zum Beispiel Pferde, alle Arten von Vieh, also auch für Nomaden (Hibou!). Die Seidenstrasse führte nur ganz am Rande vorbei.

Der grösste Fluss ist der Ili (die Ili? Ich hab ne Freundin Ilona, genannt Ili, aber sie kam aus Krasnodar, was uns ja viel näher als Kasachstan ist (frag Krem-Browning). In allen Quellen (sic!) wird der Ili als „wasserreich“ beschrieben. (schmückendes Beiwort, Epitheton ornans, Oranier!). Er kommt vom Lande der Uiguren hinuntergeflossen. Also wenn wir Türken net daher stammen, so kamen wir jedenfalls da runtergeritten…. Die Ecke wird als ein Land des Schweigens (Kalle Wirsch) beschrieben. Ist das aber net ein Widerspruch zu den lauten Türken? (Eben hält gegenüber vom Marco ein Auto an, etwa neun Leute steigen aus und fangen alle gleichzeitig an zu reden). Ich habs! Die Türken nahmen die Redseligkeit mit und liessen nur das Schweigen zurück!!

Break: hier ne gute und ne schlechte Nachricht: Ein (dickes) Buch liest sich viel leichter (Magda!), wenn man sich selbst zuvor eine Aufgabe stellt, etwa: wo und wie und warum werden in dem Roman Pferde erwähnt?, oder: auf welcher Seite steht das Wort „Eibe“, na, irgendwas, was weiss ich, gebrauchte Sex-Heftchen (Michael Angele) oder so…. Nu aber die schlechte Nachricht: wegen Komplexität muss man, so scheint mir, dieses Buch mindestens zweimal lesen, sonst bleibt einem vieles Schwarzkommando….

Zur Sache: Tschitscherin (Major) wird in der frühen Stalin-Zeit wegen Drogenhandels oder so, von Baku nach dem Siebenstromland versetzt, dort wird er er mit zwei Russinnen, der ernsten Lehrerin Galina, und der symbiotisch mit ihr verbundenen Luba zu einem Dreigestirn der (russischen) Exilanten. Der georgische Alleinherrscher hatte nämlich die Losung „Seid-nett-zu-den-Nationalitäten“ ausgegeben (wie ja auch – wenn man ehrlich ist, die Russen in Afghanistan bisher die waren, die am meistenfür Fortschritt sorgten, gell, Liebling?), so dass auch Tschitscherins bester Freund und Weggefährte Džaqyp Qulan (die schreim da auch „q“, wie Rahab) – die beiden kommen mir wie Gilgamesch und Enkidu vor, wie sie da zusammen durchs Weideland reiten….-  nun im Gegensatz zu seinem Vater, welcher bei den zaristischen Pogromen gegen Kirgisen, Usbeken und Sarten gelyncht wurde, seines Lebens sicher ist. (bei „Džaqyp“ handelt es sich offensichtlich um Jakob, und „Qulan“  oder Kulan ist ein Wildesel (von Pferdeartigen gleich mehr)). Die Russen sollen nun ein neues Alphabet, das WZK NTA (Wsesojusny Komitet Nowowo Tjurkskowo Alfawita – Komitee für ein neues, türkisches Alphabet – wobei „türkisch“ sich zugleich von kyrillisch wie auch arabisch absetzt – diese Völker sind ja alle islamischen Glaubens, gell, Muhabbetci?) einführen (aber wie kann man einem schweigenden Volk ein Alphabet beibringen? Oder wird man etwa durch Lesen und Schreiben redselig?). Jedem einzelnen Buchstaben sind mehrere Leute zugeteilt, Tschitscherin ist fürderhin für das „ƪ“ zuständig. Ich denke, es ist das ğ, das gutturale, das „yumuşak g“, im Gegensatz zum harten „g“ (mit dessen Zuständigen sich auch sogleich Kontroversen ergeben). Tschitscherin jedenfalls spricht das Wort „Stenographie“ ab sofort mit gutturalem „g“……..

Wir erfahren auf diesen wenigen Seiten auch den Grund der Versetzung vom heimeligen Baku ins unwirtliche Siebenstromland, wo man in den langen Wintern, in denen die Teegläser klebrig auf den Fensterbrettern stehen, Préférence spielt und höchstens vor die Tür geht, um zu pissen oder ein paar Schüsse auf überraschte Wölfe abzugeben. Tschitscherin hatte mit einem deutschen Kumpel (Glimpf? Wimpf? Pimpf?) an der Herstellung von Opiumpräparaten (zyklische Benzylisochinoline, Merdeister, Columbus!) gearbeitet. Die Aufgabenstellung war gewesen: wie stellt man ein Schmerzmittel her, das nicht süchtig macht? Sie erwies sich als unerfüllbar: denn je besser der Schmerz weggedrückt wird, desto mehr verlangt man von dem Stoff, gell?). Es war wohl zu ausserlaboratoralem Gebrauch gekommen. Kekulé der als erster die Benzolkette „erfand“ („Kekulés Traum“) und damit den Beginn des Plastikzeitalters ermöglichte, kommt ja auch in unserm Buch vor, so wie auch eben hier der Kohlestoff, buchstäblich und allegorisch. (Sowohl das Graphit in unserem Bleistift als auch die Briketts in Goedzaks Ofen als auch die Fahrerzelle des F1-Renners von Sebastian Vettel als auch die Diamanten um Dame-von-Welts Hals sind ja aus mehr oder weniger reinem Kohlenstoff!) Und auch hier in der äussersten Ecke Kasachstans wird der Kohlenstoff uns als wahrer Tausendsassa gegenwärtig (gell, Nemequitte, hm, Materie und Geist).

Wir erfahren auch, wieso der Herero Enzian und der Russe Tschitscherin Halbbrüder sind. Des Majors Vater hatte nämlich auf einem der russischen Kriegsschiffe, die im russisch-japanischen Krieg den ganzen langen Weg vom Baltikum nach Port Arthur (oder Wladiwostok?) dampften, Dienst getan. Er ertrank bei der verlorenen Seeschlacht bei Tsushima. Vorher aber hatte er bei einem Zwischenhalt im südwestafrikanischen Lüderitzbucht eine Hererofrau so nahe kennengelernt, dass er selbige mit einem Kind zurückliess, eben dem späteren „Enzian“, den es ebenfalls nach Nordhausen im Harz verschlagen sollte. Zuhause in St.Petersburg lernte der Säugling Wjatscheslaw inzwischen, sich vom Rücken auf den Bauch zu drehen…..

Nun aber zu den Pferden (die Russen haben bald als letzte noch ein Gefühl für sie). Sie sind wohl das untergründige Geheimthema, der running gag, dieser Exkurse. Allenthalben werden sie (zu)geritten oder zumindest erwähnt. Sogar Katharina die Grosse kommt vor.

Tschitscherin und Džaqyp Qulan sind, nach einem Hinweis aus einem dörflichen Gesangswettstreit, auf der Suche nach dem „Kirgisischen Licht“. Es ist quasi eine Imagination. Niemand vermag es unbeschadet zu sehen. Man stirbt davon oder erblindet. Auch Tschitscherin muss von Džaqyp gesundgepflegt werden.

Im Weiteren – ich weiss es noch nicht – kehrt der russische Geheimdienstoffizier bestimmt wieder nach Deutschland zurück. Das Hauptmotiv des Buches bleibt doch die Rakete (die mit blendend hellem Blitzen erscheint)

Was für einen Stil hat dieser Pynchon! Immer wieder kommt es zwischen Technik und Sex nein, auch BEI Technik und Sex („Sein Penis wurde von etwas umschlossen, was wärmer war als seine Faust“) zu solchen Sätzen: (Hört zu, wenn ihr schon net lest)

„Es war ein Land des besoffenen Heimwehs nach Städten, der Stille kirgisischer Ritte und des pausenlosen Bebens der Erde…“

„Das grosse Schweigen des Landes ist noch nicht alphabetisiert, wird es vielleicht niemals werden.“

„Sass er wirklich in diesem schmuddeligen Hinterzimmer, hörte die Liftkabel ächzen und gegen die dünne Mauer schlagen, und, von der Strasse herauf selten genug, ihm etwas beizumessen, das Peitschenknallen und Hufeklappern einer Droschke auf den alten schwarzen Pflastersteinen?“

„Wie alphabetisch ist doch die Natur der Moleküle, … auch sie können moduliert, getrennt, neu zusammengefügt, umgedeutet, eins an das andere mischpolymerisiert werden zu weltweiten Ketten, die nur hin und wieder an die Oberfläche des molekularen Schweigens treten, wie die sichtbaren Teile eines geknüpften Teppichs

“In the ancient tales it is told […] that a land far distant/Is the place of the Kirghiz Light. […] It comes as the Kirghiz Light–There is no other way to know It. […] The flash of Its light is blindness […] And a man cannot be the same/After seeing the Kirghiz Light. […] For the Kirghiz Light took my eyes/Now I sense all Earth like a baby. […] It is north, for a six-day ride […] And if you have passed without danger/The place of the black rock will find you. […] But if you would not be born/Then stay with your warm red fire […] And the Light will never find you, And your heart will grow heavy with age […]”

Menno. Meine ganzen Ausrufezeichen sind aufgebraucht. Und sorry, dass ich so viele nette und garstige Community-Loitz NET erwähnt hab( wie den Donnerstag, Anne Klatsche, Mat Dillon, Belle Hopes, Archie, Ed, Wolfram, Joachim, Hermanitou –aehm – naja und das ganze Rudel)

Die Hagia Sofia betreffend:

7. August 2020

Nicht, dass das Thema mich besonders erschütterte, obwohl ich alte Gebaeude jeglicher Couleur sehr liebe und auch eifrig aufgesucht habe.

Das von ökonomischer und systemischer Krise ablenkend sollende, scheinbar marginale Ereignis hat sich für uns aus mehreren Gründen als ein Schuss, der nach hinten losging, erwiesen:
1. Hatte es auf die hiesige Bevölkerung nicht die Wirkung, die sich Regierungskreise und selbst höchste Machthaber von ihm erhofft haben. Ein Mufti Ali Erbaş mit dem Schwert in der Hand hat selbst im Land polarisierend gewirkt und nahezu zu Aufruhr geführt. Der Termin 24. 7. (Jahrestag des Vertrags von Lausanne) als Zeitpunkt des ersten Gebets gewaehlt, war ebenfalls kontraproduktiv.
2. Überall in der Welt hat der Vorgang schockiert. Die Variante vom Dschihad als primaere Aufgabe des Islam, von muslimischen Wissenschaftlern und Scholaren mühsam aufgeweicht, hat sich aufs neue erhaertet. Einen Türken als Kalifen? Da seien die Araber vor.
3. Die Bestimmung von Gebaeuden aendern ist heikel. Was werden Muslime sagen, wenn Israel die Al-Aksa Moschee zum „Zweiten Tempel“ umwidmet? Oder die Moschee in Köln plötzlich Fundbüro wird?
4. Die ökonomische Krise im Land wird befeuert. Die türkische Lira, schon vorher auf Rekord-Tief, faellt gegenüber dem Euro und dem doch selbst grad schwachen Dollar rasant weiter. Das ist nicht Vermutung, sonden Fakt. (8.8.2020: 1€ = 8.&0₺)

Alles in allem: „Schwaches Bild, Catilina!“

Malina, Ingeborg Bachmann

17. Dezember 2019
by

“Zwischen Mann und Liebe ist eine Frau, zwischen Mann und Frau ist die Welt, zwischen Mann und Welt ist eine Mauer (Jacques Lacan)

Zwischen Malina und Ivan ist eine Frau….Ich denke aber, dass die Ich-Erzählerin, Malina und Ivan nur drei verschiedene Projektionen ein- und derselben Person sind! Man kann das “Ich” nur von seinen Rändern aus verstehen, sagt Wittgenstein, Heidegger wiederum betont, das jede/r die Wahl hat, real oder irreal zu sein, um real zu sein müsse man aber sich allerdings selbst erschaffen und nicht die Welt über sich bestimmen lassen. Auch um diese Themen kreist das Buch (ich denke, Bachmann hat sich näher mit Wittgenstein und Heidegger befasst).

Männiglich denkt, bei Malina handele es sich um eine Frau, gell?

Ich habe lange gezögert, “Malina” zu lesen, feministische Freundinnen erzählten zwar viel von der Bedeutung dieses Werkes, von seiner Schwere…Nun erwies sich die Lektüre aber als durchweg nützlich und bereichernd, auch wenn die Tyrannei der Männer darin (vor allem die des Vaters) durchaus einem Mord gleichkommt.

Bachmann ist Meisterin der Introspektion, die Gefühswelten und auch Traumata der Hauptperson sind genial formuliert, das ganze Buch ist quasi Poem, Märchen oder Traum. Wer einen Wienführer erwartet, wer irgendwas über Ivans Aussehen oder die Beschaffenheit des Stadtparks erwartet, ist fehl am Platz, auch wenn Rennweg, Cafe Central, das Sacher, die Ungarngasse oder das Burgtheater darin vorkommen. “Können sie mir sagen, wo die Ungarngasse ist?”, fragt die Hauptperson, in Sichtweite des Hauses Nr. 9… Die Innerlichkeit dagegen greift über auf die Aussenwelt (“das Telefon klingelte innig”).

Dieser Tage hat Peter Handke den Literatur-Nobelpreis erhalten. Auch er ist ja ein Meister der Introspektion (mit kleinen intellektuellen Fussnoten). Bachmann sorgsam chaotisch und Handke überlegt fühlend. Kann man das so sagen? Jedenfalls stehen sie hier für typisch weiblich und typisch männlich.

Spannend: beide in Kärnten geboren, beide mit Beziehung zum slawisch/ slowenischen, sie (recht) jung gestorben, er inzwischen in verdientem Alter…

Eine andere Polarität: Ingeborg Bachmann und Paul Celan (Celan ja irgendwie durch Malina geisternd). Diesmal sehr weit weg voneinander geboren: Celan in Czernowitz (erstmal weit die Donau runterfahren), Bachmann recht weit oben an der Donau. Beide trafen sich in Paris, wo sie auch versuchten, sich zu lieben. Celan jedoch im Wasser, Bachmann im Feuer umgekommen. Jetzt Wasser und Feuer in “Malina” aufsuchen! Paris jedenfalls kommt vor. Selbst ein französisches Lied. Soll ich’s singen? “Auprës de ma blonde, qu’il fait bon, fait bon, fait bon…” Ich stelle mir Bachmann immer blond vor.

Länderquiz (nur Europa!

1. Oktober 2019
by

Welche gibt es gab es, gibt’s noch nicht?

 

Estland

Lettland

Livland

Moldawien

Syldavien

Belarus

Friaul

Slavonien

Mingrelien

Banat

Gagausien

Poldevien

Crna Gora

Krajina

Ukraine

Krainer Alpen

Transsylvanien

Siebenbürgen

Thurgau

Zehngerichtsbund

Melchtal

Memelland

Karelien

Appenzell

Karien

Pamphylien

Mazedonien

Tina Maze

Finis Terra

Bregaglia

Piemont

Wagrien

Absorbien

Myrmekohora

Ypern

Wendland

Lesbien

Schimansky

Trizonesien

Karawanken

Gazi Husref

Bessarabien

Bukowina

Tschetschenien

Bolo’Bolo

Tirol

Schwarzbubenland

Dithmarschen

Ossetien

Karelien

Gottschalk

Serbien

Zabaione

Vojvodina

Waldviertel

Krim

Terz

Tredeschin

Veltlin

Freiberge

Champs Elysees

San Marino

Silverstone

Abchasien

Mösien

Illyrien

Dalmatien

Benedetto Croce

Oberufer

Istrien

Uppland

Friesland

Metope

Hystrix

Galizien

Bosnien-Herzegowina

Armagheddon

Avalon

Aremorica

Nordzypern

Jalta

Pontus

Thessalien

Schamballa

Donegal

Nassau

Anatolien

France

Andalusien

Golf von Lyon

Katalepsis

Eminönü

Scrotum

Mala Fatra

Mähren

Sudeten

Kleinbonum

Elohim

Lake Emerson Palmer

Mark Brandenburg

Michael Stich

Sporaden

Dodekanes

Sternschanze

Zecken

Lukanien

Johanni

Matthäi

 

Na?

G-20 in Hamburg

8. Juli 2017

(In der Hansestadt trafen sich die Führer der G-20 Laender, darunter Trump, Putin, Li, Erdogan, Zuma…) (Pfeffersaecke – Pfefferspray)

Die Berichterstattung über den G-20-Gipfel in Hamburg bringt mich echt auf die Palme. Aber fast noch mehr manche Kommentare auf Facebook. Da waltet mal wieder das gesunde Volksempfinden. Bravo! Links wollt ihr sein? Guckt doch „Brisant“…. Die pöhzen pöhzen Anarchisten! (wer kann zweifelsfrei sagen, dass da nicht Agents provocateurs am Werk waren?) Und die Guten dagegen!! (dabei sind das 20000 und mehr vermummte und gewaltbereite Polizisten!)
Die Leute, die zu Hause Wasserwerfer, Traenengas und Gummigeschosse einsetzen, die im Ausland und im eigenen Land bomben lassen, die sich nur durch Wahlfaelschung, Bestechung, Diebstahl, Verrat und Tücke an der Macht halten, werden hier mit Wasserwerfern, Traenengas und Gummigeschossen geschützt. Ihr denkt da nicht zuerst an Merkel, aber was ist mit Afghanistan etc.?

A.: Richtig! Genauso denke und empfinde ich auch, lieber Thomas! Und die blöden Kommentare hier auf FB von sogenannten Linken finde ich nicht lesenswert, geschweige denn, dass ich mich darüber aufrege. Wie du es bestimmt auch weisst, gibt es im Türkischen ein Spruch: Jeder der einen Mund hat spricht (Ağzı olan konuşuyor). Erweitert kann man sagen: Jeder der tippen kann tippt.

B: Für meine Begriffe passiert nix Besonderes in Hamburg – damals, vor 30 Jahren, bei den Friedensdemos, war viel mehr los …

Thomas Kutzli: Eben. Und dazu kommt, dass die Medien ein sehr gewolltes Bild zeichnen. Klar sind Flaschen geflogen. Der Gerechtigkeitsmarsch in der Türkei ist da schon weiter. Aber stell Dir vor, Du würdest im Sommerkleid irgendwo in Hamburg auf der Strasse tanzen, vor Dir aber eine Wand von schwarzvermummten, gerüsteten, behelmten, gewaltbereiten Bereitschaftspolizisten. Würdest Du da nicht auch leicht aggressiv? Die Kommentatoren gegen die Demonstranten haben ja hier so schon Schaum vorm Mund und schmeissen mit „Idioten, Arschlöchern“ etc, um sich, wie würd‘ es denen da ergehen?

Und apropos Gewalt: auf welcher Seite waren die Maschinenpistolen?

Habt ihr im Übrigen gehört, dass die Hamburger Polizei zugegeben habe, Agents Provocateurs im „Schwarzen Block“ eingesetzt zu haben? Warum wundert mich diese Meldung nicht?

Terror: Sinnlos-dämliche Trauerrituale

5. Juni 2017

Vorwärts und nicht vergessen!

Ein dauer-dämliches Staatsgetrauer angesichts sich häufender schrecklicher und sinnloser Gewalt durch Islamisten in Paris, London, Manchester, Madrid, Moskau und Berlin spielt sich seit Jahren in immer gleichen Akten ab:

Erster Akt:Wir sind alle Charlie Hebdo, Madrilenen, Pariser, Berliner, Londoner oder Russen.“

Zweiter Akt:Wir strahlen Eiffelturm, Brandenburger Tor oder den Big Ben in den jeweiligen Landesfarben des gerade von Terror betroffenen Landes an.“  – Mit Ausnahme der Russen. Die werden (anlässlich von Terroranschlägen in Moskau etc.)  nicht bei uns illuminiert.

Dritter Akt:Wir lassen uns unsere Freiheit nicht nehmen und gehen jetzt erst recht in Stadien und Rockkonzerte und demonstrieren damit, wie mutig wir gegen den Terror sind.“ –   Gleichzeitig lassen wir uns Chips implantieren, sind für die totale Video-Überwachung, finden immer mehr Polizei auf den Strassen supertoll und glauben der BILD, dem Klaus Kleber, den Toten Hosen und dem Maiziere, dass wir frei…

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SPD: Flasche leer oder: Macht endlich eine linke Politik!

15. Mai 2017

Vorwärts und nicht vergessen!

Der Absturz bei der NRW-Wahl war vorhersehbar – eine inhaltsleere SPD, die auf Hannelore Kraft als einzigem Plus setzte, verlor die Wahl gegen eine thematisch aufgestellte Opposition, die sich die von ihr selbst geschürte Angst der Bevölkerung vor Fremden und vor Kriminalität ebenso zum Thema machte wie die überall fehlschlagende Inklusion behinderter Kinder und die G8-Turbo-Gymnsasien.

Und so wurde in den diversen Talk-Runden anschliessend genüsslich darauf verwiesen, dass die SPD statt sozialer Gerechtigkeit doch lieber in das Scharfmacherlager der Bürgerrechts-Abbauer, Überwachungsfanatiker und Vorurteilsschürer wechseln sollte – mal davon abgesehen, dass ein Großteil der SPD-Funktionäre (besonders der Justizminister Maaß) dort schon lange mitmacht, ist das genau der falsche Weg, der als das von den Medien vorgegebene Thema nun aufzugreifen wäre.

Ein Großteil der Parteispitze hat sich bis dato schon lange mit einer Weiterführung der großen Koalition anrrangiert, sie haben dort alle ihre Pöstchen, Ämter und Bundesverdienstkreuze und sind sich nicht…

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Zeit für Selbstgerechtigkeit

26. April 2017

Vorwärts und nicht vergessen!

Während Martin Schulz die „Zeit-für-Gerechtigkeit-Ära“ ausgerufen hat wird immer deutlicher, dass der neue Hoffnungsträger der Sozis alles Andere als ein Kämpfer für (Mit)menschlichkeit, Humanismus und Frieden in der Welt ist. 

Vielmehr kann er sich rühmen, mit noch schlimmeren Formulierungen als der Bürgerrechteabbauminister de Maiziere aufwarten zu können. – So ging er gestern  in der Frage von Abschiebungen afghanischer Flüchtlinge auf Distanz zum schleswig-holsteinischen SPD-Ministerpräsidenten Torsten Albig.

Dessen Haltung, dass das Küstenland vorerst keine Menschen mehr zurückschicke, weil die Lage in Afghanistan als zu unsicher eingeschätzt werde, sei sehr nobel: „Sie zeigt, dass er ein Mann ist, der geprägt ist von tiefer Humanität. Das ehrt ihn“, sagte Kanzlerkandidat Schulz am Dienstag bei einem Wahlkampfauftritt in Eckernförde. Die Bundes-SPD müsse jedoch beachten, welche innerstaatlichen Fluchtalternativen es am Hindukusch gebe.

„Innerstaatliche Fluchtalternativen“ – Das ist so ziemlich das Schlimmste, was ich bisher an Wortschöpfungen aus Kreisen der großen Koalition gehört habe.  Wenn also…

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Stellungnahme zum Referendum in der Türkei am 16.4.:

18. April 2017

Ich habe mit abgetimmt. Dreimal dürft ihr raten, was. Ich überlege, die nȁchsten Gelegenheiten zu boykottieren. Ein autoritȁres System wird man nie durch Wahlen beseitigen können. Auch dieses Referendum riecht nach Fȁlschung. 1. fiel es ȁusserst knapp aus. 2. wurden die Wahlregeln mitten im Prozess geȁndert. 3. liegen mir von vorhergehenden Gelegenheiten Beweise für Fȁlschungen vor, in diesem Fall werden sie wohl kaum ausgeblieben sein.

Meines Erachtens ist das Prȁsidialsystem abgelehnt worden, auch wenn das offizielle Ergebnis anders aussieht und die Herrschenden es gnadenlos ausnützen werden

Aber es braucht erst gar keine Fȁlschungen bei dieser vorangegangenen Kampagne. Die “Nein”-Sager wurden überall behindert. Auf allen Staatssendern und –medien wurde ununterbrochen zu “Ja” aufgefordert. Der Opposition wurde kaum Raum in TV und Medien gegeben. Alle Staatsgelder, Transportmittel, Reklameflȁchen, öffentlichen Plȁtze wurden der “Evet”-Kampagne vorbehalten. Es herrscht Krieg im eigenen Land und Ausnahmezustand. Im Osten sind über eine halbe Million Leute obdachlos, weil ihre Hȁuser zerstört wurden; sie konnten nicht abstimmen, weil dazu eine Adresse nachgewiesen werden muss.

War das Referendum demokratisch?

Zur Demokratie gehört nicht nur die Wahlurne, sondern auch unabhȁngige Information (Bildung wȁre wohl die beste Information), ein unabhȁngiges Justizsystem, eine gewisse Chancengleichheit und ein Abstimmen ohne Angst, Druck, Erpressung oder Zukunftssorgen. Bestechung darf schon überhaupt nicht sein.

Was davon war hier gegeben?

Unsere Provinz Muğla hat mit 69% mit “nein” gestimmt, die Kreisstadt Bodrum mit etwa 80%. Überhaupt hat die gesamte Küstenregion (bis auf die Schwarzmeerküste, aber davon gleich) das Prȁsidialsystem abgelehnt. Das ist eigentlich ein Phȁnomen. Was ist am Meer anders als im Innern Anatoliens? Macht Wasser intelligent?

Das Schwarze Meer (siehe Namen) stimmt traditionell rechts. Doch diesmal scherten die Provinzen Ardahan, Artvin und Zonguldak aus und stimmten mit “nein”. Die übrige Schwarzmeerküste ist ein Phȁnomen. Gerade eben kehrte unser Nachbar aus Tirebolu zurück und berichtete, es gȁbe dort weder Haselnüsse (traditionelles Hauptexportmittel) noch Wasser mehr….und trotzdem stimmen die für Tayyıp!

Nun zu Deutschland und Europa: die dortigen Türken waren bekanntlich wahlberechtigt. In Deutschland stimmten 62% mit “ja”, in den übrigen europȁischen Lȁndern sah es nicht viel anders aus.

Ich bin als (auch)Schweizer in der Heimat stimmberechtigt. Regelmȁssig bekomme ich Dokumente zugeschickt. Dort geht es etwa darum, ob im Dorf Barzheim vor dem Rössli eine Strassenlaterne aufgestellt werden soll. Das können aber selbst die Leute im Kantonshauptort Schaffhausen nicht beurteilen, geschweige denn die Genfer oder Basler…Die Gemeinde muss das wissen! Ich habe deshalb mit diesen Fernwahlen und –abstimmungen aufgehört. Kann diese Dinge von hier aus nicht beurteilen. Aber mit welchem Recht masst sich ein Türke aus Eimsbüttel an, darüber zu bestimmen, ob wir hier einen allmȁchtigen Prȁsidenten brauchen oder nicht? Taktlos ist das.

DLF-Morgenandacht: Stramm gestanden! Nachladen!

7. März 2017

Vorwärts und nicht vergessen!

In der Morgenandacht des Deutschlandfunks vom 06.03.2017 zeigte die evangelische Kirche, vertreten durch die Pfarrerin Annette Bassler, wie sie mal wieder strammsteht und die geistliche Munition für die weltweit im Krieg befindliche Bundeswehr liefert.

Dienen in der Bundeswehr – eine junge Muslima habe ihr das stolz erzählt, dass sie das für „Deutschland“ täte – wobei sie eine „gebogene Nase und dunkle Augen“ und – Frau Bassler „ahnt“ es – eine „orientalische Herkunft“ habe. Toll. Sogar dunkeläugige und mit gebogenen Nasen geschlagene nicht arische Menschen, ja sogar Frauen dienen diesem wunderbaren Land, „mit strahlendem Lächeln und ohne weibliche Unterwürfigkeit“.

Von den Alpen bis zum Ural, von Mali, dem Sudan und dem Kongo, von Somalia bis Uganda, vom Kosovo, über Herzegowina bis nach  Afghanistan und Usbekistan, vom Horn von Afrika über Äthiopien bis zum Flotteneinsatz im Mittelmeer, überall mischt die angebliche Verteidigungsarmee mit, immer im „Einsatz gegen Terror“ und fremde Mächte wie…

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Skrupellos und unmenschlich

22. Februar 2017

Vorwärts und nicht vergessen!

Ich hätte wirklich nicht gedacht, dass ich einmal nur noch drastische Worte finden kann über diese Elite, die hier – selbstverständlich legal und gewählt –  Assyl-und Bürgerrechte zunehmend aushebelt und es schafft, dass Menschen in Länder wie Afghanistan zurückgeschickt werden, in denen Folter, Mord und Totschlag an der Tagesordnung sind. Diese Elite handelt skrupellos und unmenschlich.

Obwohl es erst am 10. Januar 2017  mehrere Anschläge in Kabul mit vielen Toten gegeben hat, versteigt sich der Abschiebeminister deMaiziere zu der Behauptung, in „Teilen Kabuls“ gäbe es sichere Gebiete.

Ich wünschte mir, der Herr Innenminister ginge ohne seine Bodyguards nach Kabul und halte sich dort ein paar Wochen auf – wie groß wären wohl seine Befürchtungen um Leib und Leben?

Oder er ginge in den Norden Afghanistans, dort gäbe es ebenfalls sichere Gebiete. Nunja. Der Oberst Klein, der verantwortlich für den Tod von über hundert unschuldigen Zivilisten ist, ist ja nicht mehr…

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Kasperletheater oder: Wer wählte Steinmaier?

14. Februar 2017

Vorwärts und nicht vergessen!

Sie kapieren es nicht, sie können oder wollen es nicht kapieren, es ist ihnen auch egal und es geht ihnen am Arsch entlang. Die Bundesversammlung vom Sonntag mit dem bereits vorher feststehenden, bisher schlechtesten Außenminister der BRD, Steinmaier als Gewinner war erneut ein schlecht gespieltes Kasperletheater.

Das Beste daran zuerst: Der bisherige Präsident Guck, der  „im Sinne des Stasi-Unterlagengesetzes“ gerichtsfest als ein „durch die Staatssicherheit Begünstigter“ bezeichnet werden darf (Landgericht Rostock vom 22.07.2000) bleibt uns künftig mit seiner Scheinheiligkeit erspart.

Dafür wurde am 11.11. (um 11 Uhr 11?) 2016 im Bundeskanzleramt Frank-Walter Steinmaier von genau drei deutschen Politikern erwählt, ernannt, bestimmt und ausgekungelt:

  • Merkel, Gabriel und Seehofer waren die dort tagende Bundesversammlung.

Und Steinmaier, ein Mann ohne Skrupel, aber mit Nierenspende, steht für den hässlichen ideal-gesamtdeutschen Prototyp: Menschenrechte nach innen und außen sind ihm egal, das Geschäft der Rüstungsindustrie muss wie geschmiert laufen und unbotmäßige Regierungen werden destabilisiert und in…

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