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Mythologie des Alltags: der Teppich

10. September 2016
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Der Teppich stammt aus dem Osten. Als “Fliegender Teppich” gelangte er aber, wie auch Kaffee, weit in den Westen hinüber. Die übliche Erklȁrung für den Nutzen des Teppichs ist der Schutz vor Kȁlte, so wurde er sowohl am Boden ausgebreitet, als auch für Wȁnde, Türrahmen und den Diwan verwendet. Aber schon der Teppich als Sattel fürs Reittier und dann der Gebetsteppich – sowie andere zeremonielle Teppiche – weisen über den einfachen Nutzen hinaus. Ich vermute, der Teppich ist die erste Abgrenzung vom universalen Erdreich, er macht die Jurte erst zum Stammesbesitz, zum Sippeneigentum, zum Familienzelt. Was mit einem Teppich bedeckt ist, muss heilig sein? Ganz besondere – hier meist geometrische – Muster sind in ihn eingeknüpft oder – gewebt, vielleicht ist es die Geschichte der Menschheit auf ihrem Weg zur Individualisierung? Aber wir lesen den Teppich nicht wie ein Buch mit Auge und Ohr, wir lesen ihn mit den Füssen! In jedem Fall ist er ein ganz entscheidendes Attribut menschlicher Kultur.

Von Frauen und Mȁdchen gestaltet und gefertigt – die Mȁnner sitzen derweil im Kaffeehaus auf selbigen – ist jedes einzelne Teppichmuster traditionell vorgegeben und über Jahrhunderte gleichgeblieben. Penelope allerdings trennt das tagsüber gefertigte – auch da sitzen die “Freier” derweil im Kaffehaus, der Mann Odysseus ist weit weg mit der Eroberung Trojas und der Erfindung des Würfel- und Brettspiels beschȁftigt – über Nacht wieder auf. Der Beginn einer Individualisierung wird da vorgezeichnet……

Doch halt! Erstmal das Paar und erst dann die/der Einzelne:

Ein alter Tibetteppich

Deine Seele, die die meine liebet,
Ist verwirkt mit ihr im Teppichtibet.

Strahl in Strahl, verliebte Farben,
Sterne, die sich himmellang umwarben.

Unsere Füße ruhen auf der Kostbarkeit,
Maschentausendabertausendweit.

Süßer Lamasohn auf Moschuspflanzenthron,
Wie lange küßt dein Mund den meinen wohl
Und Wang die Wange buntgeknüpfte Zeiten schon?

(Else Lasker-Schüler)

Aber auch der Westen braucht Teppiche. Schon zu Beginn der Neuzeit gilt der Teppich als Luxussymbol, er wird bis ins fernste Ozeanien hinein (mit Zwischenlager etwa in der Hamburger Speicherstadt) gehandelt. Noch immer werden die Busse voller Touristen hier nicht nur zu den Ausgrabungen von Ephesus, sondern danach auch zu einem Teppichgrosshandel gekarrt.

hali

Also (Achtung, Klischee!): Mȁnnlicher, westlicher Verstand bringt uns Aufklȁrung und Wissenschaft (Die gesamte wissenschaftliche Publikation aller muslimischen Lȁnder reicht nicht an die von nur einem “westlichen” Land heran). Der Osten aber ist mit den Füssen weise J

Ein Orientale würde zu westlichen Intellektuellen und Wissenschaftlern “die heben ja ab in ein Wokenkuckucksheim” sagen, und würde ihnen raten “auf dem Teppich zu bleiben”.

siehe auch:

https://remainsofthedayblog.wordpress.com/2016/09/10/mythologie-des-alltags-der-teppich/

 

Militarismus und Nationalismus: UEFA-EM

22. Juni 2016

Vorwärts und nicht vergessen!

soccer-34248_1280.pngEM-Krawalle breiten sich aus, meldete die Presse und: Fünf Verbände stehen unter Beobachtung, weil sich ihre „Fans“ besonders schlimm aufführen würden. Das ist nur ein kleiner Teil der Wahrheit, denn die UEFA selbst schürt seit Jahren den Nationalismus und sorgt mitsamt Presse und Fernsehen dafür, dass der Fussball sich nicht völkerverbindend, sondern in Nationalsiegen oder Niederlagen auf dem Spielfeld und drumherum definiert.

„Stimmungsvolle Nationalhymnen“ werden wir hören, schmachtete Tom Bartels gestern beim Spiel Nordirland-Deutschland in sein Mikrofon und: Wie immer könne man den Inhalt der Nationalhymnen auf Videotext mitlesen (und mitgrölen?)  Und im Vorfeld wird der unsäglich-unerträgliche deutsche Schlagersänger Grönemeyer mit seiner mehlig-abgehackten Stimme vor die Kameras geführt und darf dort dann hoffen, dass die Nordiren unserer Mannschaft  „nicht so schlimm auf die Knochen gehen“. Der Mann hat ja auch gar keine Vorurteile. Seine selbst auferlegten Denkbarrieren fangen schon mit den billigsten Schubladen, die man im Hirn hat, an, nämlich…

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Ehre weiblich und Ehre mȁnnlich

1. Juni 2016
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Zu allen Zeiten konnten Mȁnner im Kampf viel Ehre gewinnen. Nur ein Feigling weigert sich, zu kȁmpfen oder desertiert aus der Armee. In den Krieg zu ziehen aber war und ist ehrenhaft (siehe Kriegsgefallene und deren Grȁber oder Denkmȁler – in Hamburg sah ich eines aus dem Ersten Weltkrieg: “Deutschland muss leben – und wenn wir sterben müssen!”). Warum ziehen Mȁnner in den Krieg? Um ihre Frauen und Kinder zu schützen.

Frauen aber kȁmpfen nicht. Sie kochen Linsensuppe. Ihre Ehre liegt nicht in Kampf und Krieg, sie ist – zwischen ihren Beinen. Unter allen Umstȁnden sollten sie treu sein. Oh Unglück, wenn ein Liebhaber gefunden, oh Katastrophe, wenn daraus eine Schwangerschaft entsteht! Ein solches Weib muss sterben. Am besten von eigener Hand oder der des Bruders. Ich rede gerade nicht von der Steinzeit. Leider ist diese Mentalitȁt durchaus auch im Heute verbreitet. In den 60ern des 20. Jahrhundets galt es in Deutschland noch durchaus als Schande, ein uneheliches Kind zu haben. Und wir wissen alle von Ehrenmorden….

Die Frauen und Töchter des Feindes aber zu vergewaltigen, ist natürlich in Ordnung.

Religion?

27. Mai 2016
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Zur Zeit steuern wir schnurstracks auf eine Konfrontation (der Zivilisationen? der Kulturen? der Religionen?) zwischen Ost und West zu. Mit Ost und West meine ich hier hauptsaechlich das „Christliche Abendland“ und die muslimischen Laender (Es gibt ja zum Glück noch Israel, Japan und China, die allesamt auch im Osten laegen). Im Westen reden rechte Populisten voller Wut gegen Muslime an, in den muslimischen Laendern herrschen seitens der Maechtigen Hassreden gegen die „westliche, technische Zivilisation“ vor (sofern sich da nicht Sunniten und Schiiten gegenseitig zerfleischen).

Aber ist das wirklich Islam gegen Christentum? Was hat die CDU, die Christlich-Demokratische-Union, die ja wohl weder christlich, noch demokratisch, noch uniert ist, mit den Bestrebungen „unseres Heilands“ zu tun? Ein Nebensatz in der Tagesschau, deren Nachrichten mich im allgemeinen nicht vom Hocker reissen,  machte mich stutzig: „Heute wurde in Leipzig der Katholikentag eröffnet, in einer Stadt, in der ja sehr wenige Christen leben.“ Und was haben die illegalen Interventionskriege des Westens im Irak und in Afghanistan mit Naechstenliebe zu tun? Jessas!

Andererseits: Kommen stehlen, bestechen, schmieren, sich bereichern, etwa als erstrebenswerte Ziele im Koran vor? Oder das Bauen von ebenso illegalen, gargantuesken Palaesten? Ist es möglich, dass hier bei uns ebenfalls sehr wenige Muslime leben?

 

Der Gaza-Streifen

3. Mai 2016
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Der Gaza-Streifen ist das einzige Stück Land der Erde, das mit “Streifen” bezeichent wird. Ansonsten gibt es nur Zebrastreifen, Streifenwagen und Streifenhörnchen. Was sagt der Zebrahengst zur Stute? Wenn ich dich nur seh‘, krieg ich Streifen… Doch zurück zum Gaza-Streifen. Dort herrscht in den Häusern und in den Hirnen die Hamas. Ihre Fahnen sind grün. Raketenstellungen stellen sie in den dortigen Kinderzimmern auf. Die Raketen fliegen bis Tel-Aviv. Pro Tag werden hunderte solcher Flugkörper abgeschossen. Einige kommen auch zurück, dazu israelische Panzer und Fusstruppen. Trotzdem konnte ein entführter israelischer Soldat für Jahre versteckt werden. Die Zeichen dort stehen eher auf Vernichtung denn auf Aufbau. Nur Kinderzimmer werden mit mühsam durch Tunnels geschmuggeltem Beton ausgebaut. Lieber sollte die Hamas genügend Kindertagesstätten errichten, aber das tun andere Länder ja schliesslich auch net.

Krämerseelen und das Wunder von Köln

26. Februar 2016

Vorwärts und nicht vergessen!

„Lasset die Kindlein zu mir kommen“ – sprach Jesus und auch die Kanzlerin hieß die Kindlein, Mütter und Väter, die auf der Flucht vor den vom Westen angezettelten Kriegen und Zerstörungen waren, willkommen. Und wurde mit Lob überhäuft, zeigte sie doch eine überraschend mitmenschliche Regung, die ihr nur Wenige zugetraut hatten.

Daraus wurde dann die „Willkommenskultur“ und die Deutschen mutierten vom engherzigen gewaltbereiten Griechen-Bashing zu einem „Wir-sind-das-Gutmenschen-Volk“. 

Gleichzeitig verharmloste man die Meldungen über hunderte von brennenden Assylunterkünften ebenso wie über zunehmende Übergriffe auf Menschen, die sich im Namen der Mitmenschlichkeit engagierten. Ganze Landstriche strichen die Mitmenschlichkeit und wurden zu braunen hasserfüllten Gebieten.

Statt nun aber Mitmenschlichkeit, Nachbarschaftshilfe und Nächstenliebe zu praktizieren, sprangen die Bayern-Bazis und Sachsen nur zu gerne den Hass-Parolen bei und unterstützen seitdem den rechten Mob mit immer neuen Forderungen nach Eindämmung des Flüchtlingsstroms, der anscheinend mit der Wucht eines Tsunamis über Deutschland hereingebrochen ist.

Und dann noch das Wunder…

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Warum soll man SPD wählen?

23. Februar 2016

Vorwärts und nicht vergessen!

Eine gute Frage. Weil….

Sozialdemokraten die Guten sind?  Sind dann die Anderen alle die Bösen? Oder weil die SPD das Schlimmste verhindert?  Das Schlimme aber mit vertritt?  Weil die SPD-Ministerriege einfach sympathischer ist als die CSU-Bazis und die Unions-Zombies? Wem aber ist der Bundesaußenbrandstifter Steinmeier denn sympathisch?

Und im Schwabenländle – Hand aufs Herz- wer kennt denn Nils Schmidt? Und für welche Politik steht er denn? Man kennt vielleicht noch den Wolfgang Drexler, der zu jedem ominösen Tod eines NSU-Zeugen zu berichten weiß, es sei alles mit rechten Dingen zugegangen- jawohlja, mit RECHTEN Dingen, aber ansonsten – soviele zufällige Tode machen auch aus dem Genossen Drexler eine nicht ernst zu nehmende Witzfigur.

Brandstiftend zieht der Steinmeier durch die Welt, ebnet den Weg für Waffenexporte, indem er aus Stümperhaftigkeit (das wäre noch die wohlwollendste Version) oder mit System sich an der Destabilisierung der Ukraine ebenso beteiligt wie auch an der Destabilisierung der…

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